Die Geschichte wie die Bibliophilie zu mir fand – Oder: Warum Lieblingsbücher wichtig sind #liebu

„Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.“
Sir Francis von Verulam Bacon

Die Literatur begleitete schon viele Generationen von Menschen. Meinen Weg kreuzte sie intensiv gerade einmal vor vier Jahren, nämlich 2012. Seither ist sie nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Bücher sind ein fester Bestandteil meines Alltages geworden, auch wenn ich nicht täglich die Zeit finde ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.

Bücher können der Seele das geben, was viele andere Freizeitaktivitäten nicht vermögen zu tun: sie spenden Trost, geben Kraft, bringen den Leser zum Lachen, manchmal auch zum Weinen und können helfen, bestimmte Situationen (besser) zu meistern. Bücher sind quasi die Alleskönner wenn es um das eigene Seelenheil geht. So empfinde ich, wenn ich über deren Bedeutung nachdenke.

Wenn man auf das Thema „Lieblingsbuch“ zu sprechen kommt geht es vielen Leseratten und Bücherwürmern ähnlich: Sie möchten am liebsten schreien. Wie zum Teufel soll man sich in der Fülle an Büchern auf EIN Lieblingsbuch festlegen? Ist das überhaupt möglich? Wohl eher vollkommen absurd.

Ich muss zugeben, dass sich mein gelesenes Sammelsurium bisher in Grenzen gehalten hat. Mit 10 Jahren Bibliophilie und mehr, fällt einem die Entscheidung logischerweise um ein vielfaches schwerer. Selbst mit meinen 4 Jahren als unwiderruflich infizierte Buchsüchtige kann ich mich nicht auf ein einziges Lieblingsbuch festlegen. Dafür sind mir in meiner kurzen Karriere einfach schon viel zu viele tolle Bücher über den Weg gelaufen, die mein Leben unglaublich bereichert haben.

Was macht ein Lieblingsbuch aus?

Man könnte nun schlichtweg sagen: Es muss mich vom Hocker gehauen haben. Aber das reicht in meinen Augen nicht. Ein Lieblingsbuch ist mehr als ein gutes Buch.

Ein Lieblingsbuch hat Tief in meinem Inneren etwas berührt, dass mir selbst nach Tagen, Wochen, Monaten und Jahren nicht ganz aus den Gedanken gewichen ist. Ein Lieblingsbuch hat starke Emotionen in mir hervorgerufen, die unter Umständen mein Wesen ein Stück weit verändert oder gestärkt haben. Ein Lieblingsbuch hat mir die Augen zu einem Thema geöffnet, über das ich bisher vielleicht nicht einmal ansatzweise nachgedacht habe.

Ein Lieblingsbuch hat Einfluss auf mein Leben bzw. auf ein Lebensabschnitt genommen und sich damit einen Platz in der Ruhmeshalle verdient.

Der Grund für meine Liebe zur Literatur: „Cherryblossom – Die Zeitwandler“ von Mina Kamp

Wie kann das Buch, das meine Liebe zur Literatur erst so richtig entfacht hat, nicht zu meinen Lieblingsbüchern zählen? Die Vorstellung ist unmöglich.

Es gibt bei vielen Bibliophilen ein Schlüsselerlebnis, das ihnen die Literatur zum treuen Wegbegleiter gemacht hat. Bei mir war es eine Leserunde auf Lovelybooks zum Debütroman von Mina Kamp (jetzt Mina Teichert): „Cherryblossom – Die Zeitwandler“. In Cherryblossom erzählt meine Lieblingsautorin die Geschichte der 18-jährigen Hanna Cherryblossom, die nicht nur dem Jungen begegnet, der sie jede Nacht im Traum heimsucht, sondern auch erfährt, dass sie kein normaler Mensch ist. Sie ist eine Nymphe, die den Menschen Lebensenergie rauben muss um selbst überleben zu können.
Das Buch handelt kurz gesagt von der großen Liebe, inneren Konflikten und dem größten Abenteuer, dass Hanna je erlebt hat.

Ich konnte mich damals sehr gut mit Hanna identifizieren, wodurch mich das Buch schnell in seinen Bann riss. Ich durfte zum ersten Mal erleben, was es heißt von einem Buch völlig eingenommen zu sein. Das erste Mal in meinem Leben habe ich bis spät in die Nacht gelesen und tagsüber war ich unglaublich hibbelig, da ich unbedingt nach Hause wollte um im Buch weiter lesen zu können.

Dieses Buch hat meine Bibliophilie ans Tageslicht gefördert und mich infiziert. Seit diesem Buch war mir klar: Ohne Literatur – ohne mich. Ein absolutes Lieblingsbuch.

Das erste Mal weinen mit „Der Kuss des Kjer“ von Lynn Raven

Es gibt nicht nur in sexueller Hinsicht ein erstes Mal. Es gibt viele erste Male. Das erste Mal zur Schule gehen, Auto fahren, Kuchen backen, zur Arbeit gehen … und eben das erste Mal Weinen wegen eines Buches.

Dieses Buch war bei mir „Der Kuss des Kjer“. Wenn ich weinen schreibe, dann meine ich nicht diese eine kleine Träne, die man weg blinzeln kann. Nein, ich meine weinen. Richtig weinen. Wie ein Schlosshund.

Lynn Raven schrieb eine Geschichte über die junge Heilerin Lijanas, die von einer Bande von Kjer (ein als blutrünstig bekanntes Volk) entführt wird und sie auf einer beschwerlichen Reise begleiten muss. Ausgerechnet in den Schlimmsten von allen, Mordan, verliebt sich Lijanas mit der Zeit und auch Mordan, der Blutwolf, kann sich dieser Gefühle nicht verschließen. Eine großartige Geschichte über die Macht der Liebe. Doch Kitsch gibt es in dieser Geschichte nicht. Es wird zwar romantisch, aber es überwiegen Spannung und Dramatik. Das Ende des Buches spitzte sich derart zu, dass ich nicht anders konnte als zu weinen. Die Autorin versteht sich darauf den Leser in den Wahnsinn zu treiben.

Das Erlebnis, von einem Buch so berührt zu werden, dass man vor weinen gar nicht mehr die Zeilen lesen kann hat sich in meinem Gedächtnis eingebrannt. Es war für mich ein zweites Schlüsselerlebnis, das mir die Literatur für immer Herzen eingeschlossen hat.

Liebste Grüße,

Eure Lilienlicht ♥

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Die vorgestellten Bücher beziehen sich auf folgende Ausgaben:
„Cherryblossom – Die Zeitwandler“ von Mina Kamp: E-Book, Knaur eBook, erschienen am 14.01.2015
„Der Kuss des Kjer“ von Lynn Raven: Taschenbuch, cbt7cbj Verlag, Verlagsgruppe Random House GmbH, 3. Auflage Juli 2010

 

5 Kommentare

  1. <3

  2. Liebste Lilienlicht ♥

    Was für ein wunderwunderschöner Beitrag. Da hört man deine Liebe zum Buch aus jedem Wort raus. ♥
    Vieles empfinde ich ganz genau so; Bücher sind wirklich Alleskönner <3

    Besonders gefreut hab ich mich zu lesen, dass "Der Kuss des Kjer" auch für dich ein so besonderes Buch war. Es hat bei mir auch einen Ehrenplatz – sowohl im Regal als auch im Bücherwurmherzen.

    Ich wünsch dir eine fabulöse Wochenmitte!
    LG, Nana

  3. Liebe Diana,
    was für ein wunderschöner Beitrag!
    Ich kann auf solche Fragen immer nur sehr schwer antworten. Ich heule schnell und viel, keine Ahnung, wann das erste Mal war. Am schlimmsten wahrscheinlich bei „Winnetou“ – jedes Mal wieder. Da war ich 10. 😀

    Liebe Grüße
    Mona

  4. […] habe auch ich über die Bedeutung der Lieblingsbücher etwas geschieben und meine prägenden Lieblingsbücher […]

  5. […] dass Mina nicht nur meine Lieblingsautorin ist, sondern auch einen maßgeblichen Anteil an meiner Bibliophilie […]

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