Rezension zu „Ruht das Licht“ von Maggie Stiefvater

Hey liebe Leser,

lang lang ist es her, dass ich eine Rezension geschrieben habe. Das lag vor allem daran, dass ich zwischen Weihnachten und Neujahr so gut wie gar nicht meine Nase in ein Buch gesteckt habe. Anfang Januar ging es dann leider auch nur schleppend voran mit dem Lesen. Vorletzte Woche habe ich dann endlich den zweiten Band der Wölfe von Mercy Falls Trilogie „Ruht das Licht“ von Maggie Stiefvater beendet.

Die Rezension solltet ihr nur lesen, wenn ihr bereits den ersten Band der Reihe kennt. Ich gebe also vorsichtshalber eine SPOILER-WARNUNG :-).

Das erste Band „Nach dem Sommer“ hatte mir ja richtig gut gefallen, es sind Tränchen geflossen und war nahezu herzzerreißend. Vom zweiten Band wurde ich ein wenig enttäuscht, doch dazu mehr im Anschluss.

Erschienen ist der zweite Band natürlich auch im Script5-Verlag.

Vorab die wichtigsten Fakten zum Buch:
Art: Hardcover
Erscheinungsdatum: 30.08.2011 (Erstausgabe)
Seitenanzahl: 400
Preis: 18,90 Euro
ISBN: 978-3-8390-0118-9

Cover Ruht das Licht

Das Cover von „Ruht das Licht“ lehnt sich seinem Vorgängerband an. Dieser ist in hellen Blautönen gehalten und vermittelt so, meiner Meinung nach, eine winterlich, kalte Stimmung. Sam und Grace stehen nun nicht mehr nah beieinander, sondern weit voneinander getrennt. Dies gibt einen kleinen Hinweis auf den Inhalt des Buches ;-). Mit gefällt das Cover auf jeden Fall genauso gut wie das vom Band 1, wenn nicht sogar besser!

Inhalt
[SPOILER-ALARM] Nachdem Sam endlich in seine menschliche Gestalt zurückgefunden hat und sie auch für immer behalten wird, beginnt für das junge Liebespaar der Alltag. Doch Trägheit oder Langeweile wird sich nicht einschleichen, denn einer der neuen Wölfe, Cole St. Clair, erschwert vor allem Sam das Leben. Als Grace noch krank wird, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Meine Meinung
Der Handlungsverlauf in „Ruht das Licht“ entsprach leider nicht ganz meinen Vorstellungen – das bezieht sich jedoch nicht direkt auf den Inhalt. Die Geschichte startet recht interessant und vermittelt dem Leser sofort, wieder in der Welt der Wölfe von Mercy Falls angekommen zu sein. Leider nimmt die Handlung nur sehr schleppend an Fahrt auf, es fehlen spannende Höhepunkte, die die Geschehnisse vorantreiben. Obwohl im Buch das ein oder andere passierte, hatte ich gut 2/3 der Story das Gefühl, mich auf der Stelle zu bewegen, nicht vom Fleck zu kommen. Teilweise ließen sich die Vorkommnisse wie Kaugummi ziehen :-(. Die letzten 120 Seiten waren dann endlich zufriedenstellend, denn es kam Spannung ins Spiel. Das Ende des Buches gestaltete Frau Stiefvater wieder hoch dramatisch – ich habe hier zwar keine Träne verdrückt, klappte das Buch aber zufrieden zu.

Die Protagonisten Sam und Grace blieben mir nach wie vor sehr sympathisch. Obwohl ich keine große erkennbare Entwicklung von Sam erfassen konnte, schlich er sich noch viel tiefer in mein Herz. Man konnte in diesem Teil ein bisschen mehr in seine Vergangenheit blicken, wodurch mein Respekt ihm gegenüber wuchs. Grace hingegen macht eine Entwicklung durch – von der braven Tochter zur „kleinen Rebellin“. Sie lernt ihre Interessen durchzusetzen und für das einzustehen, was ihr lieb und teuer ist. Das macht sie zu einer tollen Protagonistin, die ich nicht missen möchte.

Eine weitere wichtige Rolle im Buch bekommt Isabell. Man erfährt nun auch mehr über sie, ihr Leben zu Hause und ihre Gefühle. Im ersten Teil konnte ich sie nicht leiden, im zweiten Band zumindest etwas mehr. Eine richtige Sympathie ihr gegenüber wollte sich dennoch nicht entwickeln.

Nächster und letzter wichtiger Charakter ist Cole St. Clair. Ähnlich wie Isabell ist er mir nicht sympathisch – zumindest größtenteils. Seine Vergangenheit ist von einem Leben in der Musik-Branche geprägt, in der Drogen ein fester Bestandteil waren. Nach und nach erkennt man, dass Cole ein ziemlich kluges Köpfchen ist. Am Ende konnte er sogar noch Sympathiepunkte sammeln, wodurch er sich endgültig in den Gesamtrahmen einfügte.

Der Schreibstil änderte sich in seiner Qualität meinem Erachten nach überhaupt nicht. Er bleibt locker, solide und ermögliche das Ankurbeln der Vorstellungskraft.

Der Erzählstil änderte sich hingegen in dem Punkt, dass nicht nur aus Sichtweise von Sam und Grace erzählt wurde, sondern auch aus der von Isabell und Cole. Das verschaffte dem Leser natürlich einen größeren Einblick in das Geschehen, doch mir war es ein bisschen zu viel. Man sprang permanent zwischen 4 Personen hin und her, verlor manchmal ein bisschen den Überblick.

Fazit
Alles in allem hat mir der zweite Band nur durchschnittlich gefallen. Die einst winterliche Stimmung des ersten Bandes habe ich verzweifelt im zweiten Band gesucht. Auch der Spannungsbogen ließ zu wünschen übrig, wobei das Ende grandios gewählt war. Die vielen Perspektiven können einem die Übersicht rauben, tragen aber dennoch zum Vorantreiben der Handlung bei. Summa summarum bewerte ich „Ruht das Licht“ mit guten drei Herzchen/Sternen.

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Liebste Grüße,
Eure Lilienlicht

 

Die Urheberrechte am Buchcover bleiben unberührt. Sie liegen beim Script5-Verlag.

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