Rezension zu „Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten 1“ von Kerstin Gier

Kerstin Gier ist schon lange kein unbekannter Name mehr in der Literaturbranche und auch im Jugendbuchbereich dürfte sie für jeden ein Begriff sein. Mit ihrer Edelstein-Trilogie schaffte sie den Durchbruch im Jahr 2009. Mittlerweile wurden die Bücher verfilmt, im nächsten Jahr erscheint der dritte Teil „Smaragdgrün“ auf den deutschen Leinwänden. Lang mussten die Bücher auf meinem SuB ausharren, nun habe ich sie endlich in Angriff genommen und möchte Euch meinen Eindruck zum ersten Band näherbringen.

Rubinrot(c) Arena Verlag

Inhalt

Gwendolyn Sheperd ist 16 Jahre alt, lebt in London und ist in einer eher ungewöhnlichen Familie aufgewachsen. Ihre hübsche Cousine Charlotte, die einen Tag vor ihr geboren ist, soll eine Trägerin eines Zeitreisegens sein und wird seit ihrer Kindheit darauf vorbereitet, dass sie eines Tages unkontrolliert in die Vergangenheit springt. Als sich Gwendolyn urplötzlich selbst von einem Moment auf den anderen in der Vergangenheit wiederfindet, wird ihr allmählich bewusst, dass nicht Charlotte, sondern sie dieses Gen geerbt hat. Prompt wird sie von ihrer Mutter zu der Loge der Zeitreisenden gebracht und in ihr neues Leben gestoßen.

Meine Meinung

Ich muss gestehen, dass ich aufgrund der großen Begeisterungsstürme um mich herum hohe Erwartungen an das Buch hatte. Leider wurde ich ein Stück weit enttäuscht, obgleich ich mich gut unterhalten fühlte und auch die weiteren Bände lesen möchte.

Gwendolyn ist ein sympathischer Teenager, der sich mit den üblichen Problemen einer 16-jährigen Schülerin herumschlagen muss. Man kann sie für ihr Alter als „normal“ bezeichnen, trotz der Geheimnisse ihrer Familie. Da Charlotte, ihre Cousine, die Trägerin des an die Frauen der Familie vererbten Zeitreisegens sein soll, wird sie seit ihrer Kindheit bestens auf die Vergangenheit vorbereitet: Sprach-, Klavier- und Fechtunterricht, Vermittlung von Manieren und Benehmen in sämtlichen Epochen, Geschichtsunterricht etc. Als sich herausstellt, dass nun aber Gwendolyn die Genträgerin ist, bricht nicht nur für Charlotte und ihre Mutter die Welt zusammen.

Genau wie Gwendolyn in diese Situation hineinstolpert, wird auch der Leser ins kalte Wasser geworfen. Aus Gwendolyns Perspektive heraus erfährt man, wie das junge Mädchen, nur schleppend, was es mit den Zeitreisen, der Mission, dem Geheimnis des Chronografen und der Loge der Zeitreisenden auf sich hat. Zu allem Übel kommt noch ein Junge ins Spiel: Gideon. Er ist 19 Jahre alt und ein Zeitreisender der Familie de Villiers. Er wurde gemeinsam mit Charlotte auf seine Aufgabe vorbereitet und ist ein ziemlich überheblicher Schnösel. Das denkt auch Gwendolyn, zumindest bis zu dem Moment wo ihre Gefühle anfangen verrückt zu spielen. Man kann ihre Reaktionen dem Alter entsprechend nachvollziehen und leidet auch ein wenig mit ihr. Zum Glück hat sie ihre beste Freundin Leslie, die ihr immer zur Seite steht und dabei hilft, die Geheimnisse der Loge und des Grafen von Saint Germain aufzudecken.

Das klingt bis hierhin eigentlich sehr gut. Allerdings gibt es ein wesentliches Problem bei diesem Buch: Die Handlung an sich geht nur schleppend voran, es passieren (bis auf die letzten paar Seiten) keine wirklich spannenden Momente. Natürlich ist es sehr interessant die Hintergründe zum Zeitreisen und die damit verbundenen Gegebenheiten zu erfahren, aber mitreißende Geschehnisse fehlen ganz und gar. Das ganze Buch ist vielmehr eine Einleitung zu einer großen Geschichte, bei der man alle wichtigen Fakten erfährt. Aber daraus muss man doch kein einzelnes Buch machen, oder?

Die Charaktere sind bis Ende des Buches zwar liebenswert, aber doch sehr stereotyp. Was mich am meisten irritierte, waren Gideons Gefühle für Gwendolyn die irgendwie aus dem Nichts kamen. Das Ende war daher eher unbefriedigend, macht aber gleichzeitig Lust auf Band 2, den man sofort nachschieben muss, weil die Handlung eigentlichen mittendrin abbricht (so viel auch zur Einleitung einer großen Geschichte).

Fazit

Zurückblickend kann ich sagen, dass „Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten 1“ die Einleitung einer spannenden, lesenswerten Zeitreisegeschichte für Jugendliche ist. Da die Charakter aber eher stereotyp sind (zumindest in diesem Teil) und auch wenig Handlung passiert, sollte man nicht mit zu hohen Erwartungen herangehen und definitiv den zweiten Band gleich hinterher lesen, damit die Geschichte auch allmählich zu einer solchen wird.

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Was mir übrigens ganz gut gefallen hat, war der Film, den ich gleich im Anschluss an das Buch angesehen habe. Der weicht zwar von der Buchvorlage ab (was vor allem die Reihenfolge der Geschehnisse betrifft), spoilert jedoch am Ende schon den weiteren Handlungsverlauf. Das kann ich zwar einerseits verstehen (Rubinrot als Buch gibt schließlich nicht viel Handlung her), was mich andererseits aber auch etwas ärgerte. Aber im Film mochte ich Gideon wesentlich mehr und dort waren seine Gefühle zumindest ansatzweise nachvollziehbar 🙂

Wie fandet ihr denn das Buch/die Bücher und/oder den/die Filme?

Band 2 lese ich aktuell und der gefällt mir schon viel besser!

Liebste Grüße,

Eure Lilienlicht ♥

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