Rezension zu „Mit uns der Wind“ von Bettina Belitz

Es ist schon wieder einige Zeit her, dass ich den Blog mit neuem Lesestoff gefüttert habe. Jede Abwesenheit hat selbstverständlich immer einen Grund und gern möchte ich Euch meinen Grund nicht vorenthalten 🙂 Diejenigen, die mit mir auf Facebook befreundet sind wissen es schon: Ich bin am 15.05.2015 den heiligen Bund der Ehe eingegangen. Ein paar Wochen später ging es dann noch für 12 Tage in die wanderreichen Flitterwochen in Österreich. Die letzten Wochen vor der Hochzeit waren ganz schon stressig, so dass ich an dieser Stelle Prioritäten setzen musste. Verständlich oder?

Jetzt bin ich aber wieder da und möchte Euch mit einem neuen Buchtipp versorgen: „Mit uns der Wind“ von Bettina Belitz aus dem Hause script5. Bettina Belitz konnte mir das Buch auf der Leipziger Buchmesse (den Bericht und Bilder zum Treffen mit ihr, gibt es auch auf dem Blog 🙂 ) schmackhaft machen. Wie es mir letztendlich gefallen habt, könnt ihr jetzt lesen:

 

Mit uns der Wind (c) Loewe Verlag

Inhalt

Simona, kurz Mona, ist 18 Jahre alt und leidet an einer seltenen Form der Narkolepsie. In bestimmten Situationen fällt sie von jetzt auf gleich in einen minutenlangen Tiefschlaf und hat es damit nicht leicht im Leben. Der Besuch des Festivals „Rock am Ring“, natürlich unter Aufsicht ihres Bruders Manuel, soll ihr die Möglichkeit eröffnen, sich aus dem „goldenen Käfig“ zu befreien. Doch nicht nur das, Mona möchte unter den 80.000 Besuchern einen Junge finden: Adrian. Adrian, der im Internet mit dem Pseudonym Han-Ryu unterwegs ist, ist ein leidenschaftlicher Kiter, der vor der Kamera den coolen Typen mimt und mit Youtube-Videos seinen Fans imponiert. Bei Rock am Ring möchte er endlich mit seinem Schwarm Helen zusammenkommen, ob ihm das gelingt?

Meine Meinung

„Mit uns der Wind“ erzählt eine teils schnulzige Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben. Dabei bedient sich die Autorin esoterischer Elemente und verleiht der Geschichte einen Hauch Mystik, der zum Träumen einlädt.

Nachdem Mona erfährt, dass ihr Youtube-Liebling Han-Ryu „Rock am Ring“ besuchen wird, fasst sie den Entschluss ebenfalls dorthin zu gehen und ihn unter den tausenden Besuchern zu finden. Trotz ihres Handicaps gelingt es ihr, Eltern und Bruder zu überreden und tritt eine Reise in das Unbekannte, aber auch in die Freiheit an. Als sie sich eines Nachts aus dem Wohnwagen von ihrem Bruder (und Aufpasser) davon schleicht, startet dieser kurze Zeit darauf eine riesige Suchaktion. Optisch getarnt mit neuer Haarfarbe, anderen Klamotten und neuem Tattoo gibt Mona ihre Suche nach Adrian nicht auf und wird fündig.

Mona hat es satt, ständig wegen ihres Handicaps wie ein Baby behütet zu werden. Mit ihren 18 Jahren hatte sie weder einen Freund, geschweige denn intime Zärtlichkeiten mit einem Jungen ausgetauscht. Ihre Eltern und ihr Bruder tauchen die Welt für sie in Watte – verständlich, dass man irgendwann die Dinge selbst in der Hand nehmen möchte. Aufgrund ihrer Krankheit hat Mona für ihr Alter eine übliche Reife, handelt jedoch wegen der wenigen Erfahrungen öfters überstürzt und kaum verantwortungsbewusst. Auch wenn sie dazu neigt, gewisse Situationen überzudramatisieren, wirkt sie dennoch wie aus dem wahren Leben gegriffen. Ich konnte einerseits oft mit ihr fühlen, andererseits wollte ich sie manchmal einfach nehmen und schütteln. Die teils an den Tag gelegte Naivität lädt zwar zum Kopfschütteln ein, ist aber meiner Meinung nach nicht zu weit daher geholt.

Eine Besonderheit sollte man in Bezug auf Mona erwähnen: Während ihrer Tiefschlafphase erlebt Mona intensive Träume, die ihre Umwelt und Mitmenschen als Tiere widerspiegeln. Genau dort begegnet Mona ihrem Drachen Adrian immer wieder, so dass sich ihr Wunsch festigt, mit ihm zu fliegen. Diese Träume und Monas Festhalten daran erinnerten mich während des Lesens immer an meine eigenen Tagträumereien und wie viel Kraft solche Träume/ Gedankenspiele doch spenden können.

Adrian ist voll und ganz seiner Leidenschaft erlegen: dem Kiten auf dem Land. Auf Youtube veröffentlich er regelmäßig Videos von seinen Flügen und gibt sich dort anders als er ist: absolut lässig und cool. Er schwärmt schon seit Jahren für Helen, mit der er bei Rock am Ring endlich zusammenkommen möchte. Anfangs mimt Adrian ganz gut den coolen Typ, doch schnell steigt man hinter seine Fassade, die ihm in seinem Leben unzufrieden stimmt. Einen beachtenswerten Teil an dieser Situation trägt seine Familie bei, die ihm das Leben ziemlich schwer macht. Als Adrian Mona begegnet, fängt seine Fassade zu bröckeln an. Er öffnet sich ein wenig und lässt dabei seine wahren Charakterzüge zu. Dadurch ist er mir schnell ans Herz gewachsen. Er ist voller innerer Konflikte, die Bettina Belitz hervorragend aus seiner Sicht herüberbringt. Adrian ist ein vielseitiger Protagonist und es macht Spaß ihm bei seiner Entwicklung zu beobachten.

Gleichermaßen gut haben mir die Nebencharaktere gefallen. Sowohl Sanne und Judith, denen Mona auf dem Festival begegnet, als auch Monas Bruder Manuel und dessen Freundin Sina haben wichtige Rolle inne. Lediglich Adrians Freunde bleiben etwas auf der Strecke und farblos.

Ganz ohne Logikfehler kommt die Geschichte allerdings nicht aus. So lässt sich Mona beispielsweise ein Tattoo auf dem Rücken stechen und rollt ein paar Stunden später über den Boden ohne einen Hauch von Schmerz zu verspüren. Über solche Kleinigkeiten kann man zwar hinwegsehen, jedoch führen genau diese dazu, dass das Bild nicht ganz stimmig wird.

Das Ende wäre zwar auch mit etwas weniger Dramatik ausgekommen, doch es ließ mich das Buch zufrieden zuklappen. Es bietet noch einen gewissen Raum für Fragen, ist aber in sich abgeschlossen.

Fazit

„Mit uns der Wind“ ist eine schöne Liebesgeschichte, die mit viel Aufregung und einen Hauch Mystik punkten kann. Auch wenn es das ein oder andere Mal des Zufalls zu viel ist, kann man beim Lesen dieses Buches wunderbar abschalten und seine Gedanken schweifen lassen. Das Buch hat meine Erwartungen im Großen und Ganzen gut erfüllt.

Lilie1Lilie1Lilie1Lilie1

Liebste Grüße,

Eure Lilienlicht ♥

6 Kommentare

  1. Hey,

    alles Gute zur Hochzeit! Das ist doch wirklich mal ein schöner Grund für eine Blog- & Lesepause.
    Das Buch habe ich auch letztens erst gelesen und es hat mir genau so gut gefallen wie dir. Es gab einfach den ein oder anderen kleinen Kritikpunkt aber so insgesamt war es doch sehr schön und niedlich.

    Liebe Grüße,
    Katja 🙂

    1. Hallo Katja 😀

      Vielen Dank für deine Glückwünsche, da freue ich mich sehr! Ich finde es toll, dass du ähnlich wie ich über das Buch denkst. Irgendwie war es schon schade, dass es einen nicht ganz vom Hocker reißt, aber es ist auf alle Fälle lesenswert.

      Liebe Grüße,
      Diana

  2. Hey Diana,

    dann gratuliere ich dir doch auch noch mal auf deinem Blog! Herzlichen Glückwunsch!
    „Mit uns der Wind“ habe ich noch vor mir. War ja klar, dass ich das Buch auf jeden Fall lesen muss, auch wenn ich es verpeilt habe, es mit direkt auf der Messe zu kaufen und signieren zu lassen. 🙂

    Liebe Grüße
    Mona

    1. Hey Mona,

      hab nochmals herzlichen Dank für die Glückwünsche 🙂 Schade, dass du es auf der Buchmesse verpasst hast, dir das Buch zu besorgen. Ist wirklich eine niedliche Geschichte für Zwischendurch. Vielleicht kannst du es ja nächstes Jahr nachholen!

      Liebe Grüße,
      Diana

  3. Hallo Diana,
    allerherzlichste Glückwünsche zur Hochzeit!

    Deine Rezension klingt ja ganz gut und macht mich neugierig. Ich war von „Splitterherz“ leider ziemlich enttäuscht und bin mir nun unsicher, ob ich es noch mal mit der Autorin versuchen sollte. Kennst du das Buch eventuell auch?

    LG Cindy

    1. Hallo Cindy,

      vielen Dank für die Glückwünsche <3

      Leider habe ich bisher kein anderes Buch von Bettina Belitz gelesen, so dass ich nicht sagen kann, ob "Mit uns der Wind" besser ist. "Splitterherz" liegt aber zumindest auf meinem SuB xD. Vielleicht ergibt sich ja mal die Möglichkeit, dass du günstig an das Buch kommst, dann kannst du es einfach nochmal probieren 😀

      Liebe Grüße,
      Diana

Schreibe einen Kommentar