Rezension zu „Lucian“ von Isabel Abedi

Hallo liebe Leser,

in letzter Zeit ist irgendwie ziemlich viel los, das liegt wohl auch mit an den Vorbereitungen zur Leipziger Buchmesse und diverser anderer Angelegenheiten. Dennoch komme ich ab und an noch zum Lesen und möchte Euch heute den Jugendroman „Lucian“ von Isabel Abedi vorstellen, die ich hoffentlich in Leipzig treffen werde :-).

„Lucian“ ist im Arena Verlag erschienen.

Vorab die wichtigsten Fakten zum Buch:
Art: Gebunden (HC) – auch erhältlich als Broschur
Erscheinungsdatum: September 2009
Seitenanzahl: 560
Preis: 18,95 Euro
ISBN: 978-3-401-06203-7

Cover LucianQuelle Cover: http://www.arena-verlag.de/sites/arena-verlag/files/cover-download/978-3-401-50387-5.tif (Urherrechte bleiben unberührt)

Das Cover von „Lucian“ ist sehr schlicht gehalten – in weiß/rosa auf schwarzem Hintergrund stehen Titel und Autorin geschrieben. Eine Feder schmückt zudem das Cover, das war’s dann aber auch schon. Mir gefällt das Cover sehr gut, es gibt nicht viel preis, macht jedoch neugierig. Die Feder steht symbolisch für die Leichtigkeit der Beziehung zwischen Rebecca und Lucian und vermittelt in meinen Augen auch etwas Himmlisches ;-).

Inhalt
„Lucian“ erzählt die Geschichte von der 16-jährigen Rebecca und dem gleichnamigen Jungen, der plötzlich in ihrem Leben auftaucht, als sie einen inneren Riss verspürt. Das besondere an Lucian ist, dass er all seine Erinnerungen verloren hat und weder weiß wie alt er ist, woher er kommt noch wie er eigentlich heißt. Den Namen Lucian gibt er sich selbst.

Rebecca führt eigentlich ein ganz normales Leben, sie geht zur Schule, hat ihre beste Freundin und Probleme in der Liebe. Als Lucian ihr begegnet wirft sie das fast aus der Bahn, sie fühlt sich von ihm angezogen und kann sich selbst nicht erklären welche Gefühle in ihr vorgehen. Deshalb geht sie dem Ganzen auf den Grund und lernt dadurch Lucian näher kennen. Als Lucian eines Abends vor ihrer Haustür steht bricht mit einem Mal Rebeccas Welt zusammen, denn ihre Mutter tut ihr etwas Unverzeihliches an…

Meine Meinung
„Lucian“ von Isabel Abedi ist ein Roman, der tief unter die Haut geht und den Leser letztendlich mit gemischten Gefühlen zurücklässt.

Mir hat die Story und der Handlungsverlauf von Lucian recht gut gefallen. Es ist von Anfang bis zum Ende gut durchdacht, auch wenn man als Leser selbst erst hinter das eine oder andere Detail steigen muss. Ein solider Spannungsbogen zieht sich dabei durch die gesamte Handlung, der zum Weiterlesen animiert. Allerdings hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht.

Mit der Protagonistin Rebecca habe ich mitgefiebert und mitgefühlt. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen, denn ihre Charakterzüge haben genau die richtige Mischung aus jugendlichen Gefühlen, Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein. Ihre Handlungen sind meist nachvollziehbar. Sie ist authentisch. Im Laufe der Geschichte deckt sie Lucians Vergangenheit auf und reift in ihren Reaktionen bis zum Ende des Buches doch sehr.

Lucian ist mir gleichermaßen ans Herz gewachsen. Seine ungewisse Vergangenheit macht ihn geheimnisvoll und man wird sehr neugierig, was es mit seinem Leben auf sich hat. Er ist sehr reif und vernünftig, was ihn sympathisch macht. Lucian ist für mich einfach perfekt, mehr kann ich dazu ehrlich nicht sagen.

Suse und Sebastian, Rebeccas Freunde, spielen auch eine wesentliche Rolle. Auch die beiden sind mir sympathisch, da gerade Suse mit typischen Problemen von Jugendlichen zu kämpfen hat, die sie meiner Meinung nach ganz gut löst. Sebastian ist eine wichtige Schlüsselfigur, er war mir zwar teils ein kleiner Dorn im Auge, aber dennoch konnte er sich nicht richtig unbeliebt machen.

Mit Rebeccas Mutter Janne bin ich nicht so ganz warm geworden. Sie entwickelt sich nach und nach zum fast paranoiden Muttertier und erschwert damit Rebecca das Leben. Genauso wenig kann ich Rebeccas Stiefmutter Michelle leiden, sie ist wahrhaftig ein kleines Stiefmonster, auch wenn sie am Ende das richtige tut.

Die übrigen Charaktere (z.B. M. Tyger (Rebeccas Englischlehrer), Faye, Rebeccas Vater, Spatz (Jannes Lebensgefährtin) usw.) haben sich gut in die Handlung eingefügt. Den einen gegenüber konnte ich mehr Sympathie aufbauen, den anderen weniger.

Der Schreibstil von Isabel Abedi lässt sich sehr schön lesen. Ihre tollen Beschreibungen der Schauplätz sind mir besonders gut in Erinnerung geblieben. Sie kannte die Orte und konnte sie einfach perfekt in der Geschichte verpacken – dies gelingt nicht jedem Autor!

Erzählt wird die Geschichte aus Rebeccas Perspektive in der Ich-Form. Sie gehört zu meinen Lieblingserzählperspektiven. Das einzige was mich hier störte war, dass Rebecca ihre Mutter beim Namen nannte und zwischendurch war es dann immer wieder mal Mom. Das fand ich irgendwie irritierend und auch befremdlich. Wenn ein Jugendlicher über die eigene Mutter erzählt, kommt es doch eher nicht oft vor, dass er sie beim Namen nennt. Das hat gerade am Anfang genervt – leider.

Fazit
„Lucian“ von Isabel Abendi ist ein wunderschöner Roman, der zum Träumen und auch Schwärmen einlädt. Kann man sich auf die Liebesgeschichte zwischen Rebecca und Lucian einlassen, sind Tränchen schon fast vorprogrammiert. Der Schreibstil und die tollen Umgebungsbeschreibungen fördern jegliche Vorstellungskraft beim Leser und man taucht somit schnell in die Geschichte ein. Leider hat mich das Ende mit gemischten Gefühlen zurückgelassen, so dass ich mir wünschen würde, dass die Geschichte um Lucian und Rebecca eines Tages weiter gesponnen wird (auch wenn das wohl nicht geschehen wird).

Verdient vergebe ich an „Lucian“ 4 Lilien.

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Liebste Grüße,
Eure Lilienlicht

3 Kommentare

  1. Eine sehr ausführliche Rezension hast Du da geschrieben, sehr schön. Ich hab ja schon bei Deinem Leseprozess gemerkt, dass Dir der Roman gut gefallen hat. Ich denke, nun wandert er auch bei mir auf die Wunschliste. 🙂

    Viele Grüße
    Katha

  2. Hey Diana,

    ich finde die Rezension wirklich sehr toll. Sie ist sehr ausführlich und gibt einen guten Eindruck über das Buch!

    Liebe Grüße
    Der Captain

    https://captainbooksweb.wordpress.com/

  3. Hi Diana,

    eine wundervolle Kritik eines besonderen Buches. Es ist mittlerweile auf meinem Bücherstapel gelandet und ich bin gespannt, ob ich das Ende ebenfalls nicht so mag 😉

    LG, Jana

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