Rezension zu „Feenkind – Band 1: Der See des Abschieds“ von Elvira Zeißler

Hallo liebe Leser,

neben meinen Schreibprojekten, denen ich momentan viel Zeit widme, habe ich natürlich nicht vergessen Bücher zu lesen. Vergangene Woche habe ich mein erstes eBook zu Ende gelesen ;-). Ich weiß, ich habe es bisher versäumt Euch meinen Kindle Touch vorzustellen, aber ich hoffe, dass ich es bald nachholen werde. Ich kann aber dazu sagen, dass ich mit ihm sehr zufrieden bin bisher!

Kommen wir nun aber zu den wesentlichen Dingen – meine Rezension. Die liebe Indie-Autorin Elvira Zeißler suchte Rezensenten für ihr Buch „Feenkind – Band 1: Der See des Abschieds“ und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Der Klappentext gefiel mir auf Anhieb, so dass ich ihr anbot, das Buch zu rezensieren. Schnell bekam ich die Mail mit dem eBook und dann konnte es auch losgehen. Ich kam leider erst vor 2 Wochen dazu, das Buch zu beginnen, aber nun kann ich Euch davon berichten :-).

Elvira hat Feenkind mithilfe der Plattform Bookrix veröffentlicht. Ihr Buch erhaltet ihr in allen gängigen Onlineshops (z.B. Amazon, Thalia) oder direkt bei Bookrix.

Vorab die wichtigsten Fakten zum Buch:
Art: eBook
Erscheinungsdatum (Erstelldatum BX): 18.02.2012
Seitenanzahl: 308 (entspricht TB-Seiten lt. Amazon)
Preis: 3,99 Euro
ISBN: 978-3-86479-876-4

Cover

Quelle: http://www.bookrix.de/_title-de-elvira-zeissler-leseprobe; Bildrechte: Casandra Krammer

Das Cover ist für einen (Jugend)Fantasy-Roman in typisch dunklen (blauen) Farben gehalten. Es vermittelt eine geheimnisvolle, mystische Stimmung, die auch im Roman zu finden ist. Es zeigt eine Fee mit dunklen Haaren auf der oberen Hälfte. Darunter läuft ein Mädchen mit blonden kurzen Haaren leuchtenden Punkten hinterher. Bei dem blonden Mädchen handelt es sich um die Protagonistin Dhalia. Diese Szene findet man relativ zu Beginn des Buchs wieder, was mir wiederum sehr gut gefällt.

Die Fee hingegen trifft weniger meinen Geschmack. Die Flügel sind meines Erachtens nicht so gut umgesetzt und auch so vermittelt die Frau nicht die richtige Stimmung – aber das ist letztendlich Geschmackssache.

Inhalt
Das Buch erzählt die Geschichte der jungen Fürstentochter Dhalia, die gut behütet aufwächst. Als sie noch ein Baby war, erhielten ihre Eltern eine Prophezeiung, die sich an ihrem 18. Geburtstag erfüllen sollte. Im Glauben an diese Prophezeiung wurde Dhalia entsprechend aufgezogen und darauf vorbereitet. Doch an ihrem 18. Geburtstag geschieht nichts. Dhalia kommt der Wahrheit auf die Schliche und begibt sich deshalb auf eine lange Reise um Antworten zu finden und das Geheimnis um das alte Feenvolk zu lüften. Auf diesem Weg begegnet sie dem Plünderer Chris, der versucht sich Dhalia anzuschließen. Dhalia ist außerdem auf ihrem Weg nicht sicher, denn die Dunkelfeen haben sie ins Visier genommen und versuchen alles, um sie zu schnappen.

Meine Meinung
Die Idee um die Geschichte von Dhalia und ihrem Abenteuer finde ich wirklich schön. Die Handlung an sich ist logisch und nachvollziehbar aufgebaut – der Leser verliert nie den roten Faden! Die Welt erinnert prinzipiell an das Mittelalter. Es wird in der 2. Person Plural gesprochen, was mir persönlich total gut gefällt (habe einen Faible für sowas xD).

Nach einem schönen Prolog kommt die Geschichte direkt ins Rollen. Man lernt die Verhältnisse der Welt schnell kennen und findet sich so gut im Buch zurecht. Auch die Karte über die Region fördert die Vorstellungskraft und Nachvollziehbarkeit der Geschichte. Für mich persönlich hätte der Anfang und Dhalias Erkenntnis über die Prophezeiung ein wenig ausgebauter sein können. Ihre Gefühle kommen an dieser Stelle eventuell ein wenig zu kurz. Andererseits ist die Handlung stellenweise ein wenig zu langatmig (insbesondere die Erklärung über das alte Feenvolk in der Bibliothek – hier hätte ich mir irgendwie eine Pause zwischendrin gewünscht). Das kam zwar nicht oft vor, aber erschwerte ein Stück weit den Lesefluss. Im Übrigen ist die Handlung sehr ausgeglichen.

Das Ende der Handlung hat mich allerdings irritiert – es hat nicht so ganz in den Handlungsfluss gepasst. Auch fehlte mir hier ein bisschen der Spannungsbogen, die Dramatik. Das fand ich wirklich sehr schade.

Die Protagonistin Dhalia ist Elvira auf jeden Fall super gelungen. Sie hat genau die richtige Mischung aus Naivität, Mut, Ehrgeiz und Logik getroffen. Dhalia ist eine geschickte Kriegerin mit Pfeil und Bogen und durchaus in der Lage auf sich selbst aufzupassen. Doch immer wieder blitzt ihre jugendliche Naivität durch, die sie äußerst authentisch wirken lässt. Sie muss noch viel über die Welt und die Verhältnisse (insbesondere des normalen Bürgertums) lernen. Gerade durch Chris erlebt sie bis zum Ende der Geschichte einen sichtbaren Wandel und wir nach und nach reifer. Dieser Charakter hat mir wirklich am besten gefallen.

Chris kann man auch als Protagonist bezeichnen, denn er ist fast die komplette Handlung über präsent und ein wichtiger Bestandteil im Vorantreiben der Handlung. Chris ist 32 Jahre alt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Feenorte und deren Schätze zu suchen um so seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er begegnet Dhalia an einem dieser Feenorte. Erstaunt über ihren Mut und ihre Naivität folgt er dem Mädchen und glaubt ihr eine Falle stellen zu können – doch diese Rechnung hat er ohne den Kellner gemacht. Chris ist in der Beziehung  zu Dhalia der Bodenständige, derjenige der sie an die Hand nimmt und ihr etwas über die Welt beibringt. Das macht ihn sehr sympathisch. Man merkt im Umgang mit Dhalia, dass etwas in der Luft ist, doch von Kitsch kann wahrlich nicht die Rede sein.

Als nächstes lernt man noch die Dunkelfee Eliza etwas näher kennen. Auf den ersten Blick ist sie skrupellos und bereit für ihre Missionen alles zu tun. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Dhalia zu schnappen. Auch Eliza macht im Laufe der Geschichte eine Wandlung durch, die erkennen lässt, dass nicht alles schlecht an Dunkelfeen ist. Ich mochte sie ganz gern als „Widersacher“, aber eine hundertprozentige Sympathie konnte sie nicht erreichen.

Die übrigen Charaktere lernt man nur sporadisch kennen. Sie fügen sich jedoch kann ganz gut in die Story ein.

Der Schreibstil von Elvira lässt sich sehr flüssig und locker lesen. Stellenweise war er mir aufgrund von Satzeinschüben ein wenig zu umständlich. Auch manche Wiederholungen störten ein wenig den Lesefluss. Im Großen und Ganzen war er aber gut.

Die Erzählperspektive ist die des personalen Erzählers. Man erfährt aus unterschiedlichen Perspektiven heraus, was in der Welt von Dhalia vor sich geht.

Fazit
Alles in allem hat mir „Feenkind – Band 1: Der See des Abschieds“ von Elvira Zeißler ganz gut gefallen. Die Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet und erwecken auf diese Weise die Geschichte richtig zum Leben – man wird zum mitfiebern eingeladen. Leider muss ich Punkte für die Handlung abziehen: Einerseits erschweren stellenweise auftretende Langatmigkeit und Wiederholungen den Lesefluss. Andererseits war das Ende des Buches nicht richtig zufriedenstellend, eher irritierend. Auch wenn es einen zweiten Band gibt, hätte ich mir ein besseres Ende gewünscht. Ich denke den zweiten Band werde ich aber auf jeden Fall noch lesen, weil ich schon neugierig bin, wie es weiter geht :-).

Summa summarum bekommt das Buch in meiner Bewertungsskala gute 3 Lilien!

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Liebste Grüße,
Eure Lilienlicht

 

Das Urheberrecht des abgebildeten Covers liegt bei Casandra Krammer und bleibt unberührt.

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