Rezension zu „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ von Sabaa Tahir

Es ist schon wieder knapp 4 Monate her, als sich alles um ein Buch drehte: „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ von Sabaa Tahir. Das im One Verlag  (Bastei Lübbe) erschienene Buch, wurde mit einer großen Kampagne umworben, mit der es ganze 200 Rezensionsexemplare zu gewinnen gab. Ich gehörte zu den glücklichen Gewinnern. Allerdings hab ich es mit dem Lesen dann doch nicht geschafft wie geplant. Da machten mir die Hochzeitsvor- und nachbereitungen einen Strich durch die Rechnung. Jetzt ist es endlich vollbracht!

Elias & Laia(c) Bastei Lübbe

Inhalt

Laia ist eine Kundige und lebt mit ihren Großeltern und ihrem Bruder Darin unter der Herrschaft des Imperiums. Die unterdrückten Stammesleute leben abgeschieden von den so genannten Martialen, jenen die dem Imperium angehören, und müssen schwer arbeiten um halbwegs in Sicherheit zu leben. Jeder der sich gegen das Imperium stellt, wird im schlimmsten Fall von den Masken heimgesucht, die gnadenlos morden. Als das Imperium mitbekommt, das Darin Informationen hat die er gar nicht haben dürfte, werden Laia und ihre Familie von einer Maske heimgesucht. Diese Nacht wird Laia niemals vergessen, denn ihre geliebten Großeltern sterben und Darin wird verschleppt. Nur mit viel Glück gelingt Laia die Flucht.

Elias ist eine Maske und wird an der Elite-Schule in Schwarzkliff zu einem solchen blutrünstigen Krieger ausgebildet. Er befindet sich kurz vor seinem Abschluss, doch statt zu feiern möchte er nur eines: Raus aus Schwarzkliff, weit weg von dieser Gesellschaft.

Meine Meinung

Um dieses Buch wurde wirklich viel Wirbel gemacht. Die Filmrechte waren schon vor dessen Erscheinen vergeben und aus allen Ecken wurde mit dem Buch geworben. Was ich dazu sagen kann? Mir hat es gut gefallen, wenn auch nicht alles überzeugen konnte.

Das wohl Beste an dem Buch ist die Idee dahinter. Okay, sie ist nicht neu: Ein unterdrücktes Volk, ein starkes, herrschendes Volk und Rebellen, die das Regime stürzen wollen. Sabaa Tahir gelingt es aber, einen eigenen Komplex zu errichten, der vor allem orientalische Züge aufweist und mit viel Gewalt daherkommt. Gerade die Wüste als wesentlicher Teil der Welt, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es kommt dadurch eine mittelalterliche Atmosphäre auf, die mich als Basis eines Fantasyromans absolut überzeugt. Genau so mag ich die Brutalität der Geschichte, es ist einfach mal wieder etwas anderes und lässt die erdachte Welt authentisch wirken. Allerdings war mir anfangs gar nicht richtig bewusst, dass es mehr ein Fantasyroman ist, zumindest bis sich die Autorin mystischer Elemente bediente. Diese verwirrten mich im ersten Moment ein wenig, fügten sich letztlich aber gut in den Weltenbau ein.

Was die Protagonisten angeht, bin ich mich nach wie vor unschlüssig. Laia gehört leider nicht zu der Sorte „starke Frau“, sie jammert sehr viel und braucht sehr lang, bis sie ihren Mut zusammen nehmen kann. Selbstverständlich ist das, was ihr widerfahren ist, einfach schrecklich. Von jetzt auf gleich verliert sie ihre ganze Familie und nur sie ist in der Lage, ihren Bruder zu befreien. Ihre Eltern gehörten dem Widerstand an, bis sie umgebracht worden sind. Ein bisschen mehr Stärke hätte ich mir daher schon gewünscht, zumindest, dass diese eher zu Laia findet. Zudem legt sie sich mit ihrer Unüberlegtheit und Naivität öfters Steine in den Weg.

Viel besser hat mir dafür ihre Begegnung mit Elias gefallen. Hier handelt Laia nicht naiv und bleibt skeptisch. Die sich anbahnenden Gefühle für Elias werden realistisch dargestellt, auch wenn ich nicht so begeistert bin, dass ein weiterer Mann mehr oder weniger im Spiel ist.

Elias mag ich im Vergleich zu Laia einen Tacken mehr, wobei auch er nicht ganz rund ist. Er möchte eigentlich am Tag der Abschlussfeier desertieren und Schwarzkliff für immer verlassen. Dafür hat er Monate lang einen geheimen Graben von seiner Unterkunft aus gegraben und Verpflegung versteckt. Elias wurde seit dem er 6 Jahre alt ist unter grausamen Bedingungen zu einer Maske ausgebildet. Er musste mit ansehen, wie seine Freunde bzw. Kameraden ausgepeitscht worden sind und selbst diese Qualen über sich ergehen lassen. Doch er hat durchgehalten und gilt als bester Schüler seines Jahrganges. Elias einziges Problem ist sein Herz. Ihm erscheint dieses System, dieses Leben nicht logisch, er möchte nicht Menschen umbringen, schon gar nicht für Straftaten die sie begangen haben, die eigentlich gar keine sind.

Leider hat ebenso bei Elias die Entwicklung sehr lang auf sich warten lassen. Aufgrund seiner Ausbildung möchte man meinen, er ist ein harter Typ, doch als es um Gefühle geht, ist er nicht reifer wie jeder Teenager. Er geht in der Beziehung mit Scheuklappen durch die Welt und kann damit eigentlich nicht viel anfangen. Bis da plötzlich Gefühle für seine beste Freundin Helena auftauchen. Ich weiß zwar nicht, warum da auf einmal welche waren, aber nun ja. Das Dreieck wird perfekt, als Laia in Elias Leben tritt und sich ihre Wege immer wieder kreuzen. Zwei Dreiecksbeziehungen sind irgendwie viel… zu viel.

Was das Ende angeht war ich zwar nicht enttäuscht, aber doch ein wenig unzufrieden. Man fiebert lang auf das Finale hin und die Geschehnisse sind in der Tat sehr spannend. Aber es bleiben so viele Fragen offen. Natürlich wird ein weiterer Teil erscheinen, aber das wird wohl noch länger dauern.

Sprachlich überzeugt mich das Buch dann aber doch wieder im vollen Umfang.

Fazit

„Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ von Sabaa Tahir kann vor allem eines bieten: ein durchweg spannendes Weltenkonstrukt mit einem orientalisch, mittelalterlich angehauchten Plot. Die Charaktere dagegen weisen einige Schwächen auf, über die man gegebenenfalls hinwegsehen kann. Besonders sticht die Gewalt und Brutalität der Geschichte hervor, die mir wiederum sehr gut gefallen hat. Zusammengefasst: ein lesenswerter Roman.

Lilie1Lilie1Lilie1Lilie1

Ich danke Bastei Lübbe recht herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Liebste Grüße,

Eure Lilienlicht ♥

6 Kommentare

  1. Huhuuu Diana!

    Mir hat das Buch noch etwas besser gefallen. Mein Highlight in der ersten Jahreshälfte. 🙂

    Man darf aber wirklich nicht zimperlich sein. Es ist echt brutal stellenweise.

    Lg
    Sabrina

    1. Hi Sabrina 😀

      Bei dem Buch spalten sich die Meinungen mal wieder aber im großen und ganzen fand ichs ja auch wirklich gut und freue mich auf die Fortsetzung. Und was die Gewalt anging: Da hast du recht! Ich fands supi xD

      Liebste Grüße,
      Diana

  2. Hallo Diana 🙂
    Schön Ausführliche Rezi.
    Ich hatte mit Laia auch ein paar Probleme.
    Aber letztendlich hat mich das Buch voll überzeugt und ich freue mich, wenn den dann mal band 2 raus kommt. Für mich war es ein Monats Highlight.
    Liebe Grüße
    Tanja

    1. Hallo liebe Tanja,

      ich freue mich, dass du auf meinen Blog gefunden hast und werde bei dir gern mal zum Stöbern vorbeikommen. Ich muss sagen, dass das Buch wirklich spannend war und es mir gut gefallen hat. Leider bin ich doch etwas „härter“ geworden, was die Vergabe von 5 Sternen für ein Buch angeht. Wenn mir so wie bei diesem Buch die Entwicklung etwas zu langsam erfolgte, ist es leider noch kein Monats- oder Jahreshighlight. Aber ich freue mich wie du auf die Fortsetzung und hoffe, die wird nicht zu lang auf sich warten lassen!

      Liebe Grüße,
      Diana

  3. Huhu 🙂
    Super Rezension. Das Buch steht ja auch auf meiner Wunschliste, ich muss es jetzt unbedingt mal lesen, deine Rezension macht mir wieder richtig Lust darauf 🙂
    Alles Liebe, Krissy <3
    http://www.tausendbuecher.blogspot.de

    1. Hi Krissy,

      es hat leider ein wenig gedauert, bis ich dir hier antworten konnte. Ich freue mich sehr, dass dir die Rezension gefällt und hoffe, du möchtest das Buch wirklich bald von deiner Wunschliste befreien. Es ist wirklich sehr lesenswert!

      Liebe Grüße,
      Diana

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