Rezension zu „Divinitas“ von Asuka Lionera

Der Drachenmond Verlag erlebt aktuell einen kleinen Aufschwung, so dass auch ich nicht umhinkam, mir das Programm anzusehen. Etliche Titel daraus weckten meine Neugierde, kein Wunder also, dass gleich 2 Werke bei mir einziehen durften. Eines davon ist „Divinitas“ von Asuka Lionera.

divinitas
(c) Drachenmond Verlag

Inhalt

Fye ist eine Halbelfe und seit dem Tod ihrer Ziehmutter auf sich allein gestellt. Sie lebt zurückgezogen im Wald und besucht die Stadt nur, wenn es wirklich notwendig ist. Als sie sich eines Tages wieder in die Stadt begeben muss, wird ihre schlimmste Befürchtung wahr: Sie wird als Halbelfe entlarv, landet im Gefängnis und soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Doch als sie von einem unbekannten Mann befreit wird, nimmt ihr Schicksal seinen Lauf und sie landet mitten in einem Kampf um Macht.

Meine Meinung

„Divinitas“ hat mich leider zwiegespalten zurückgelassen, obwohl ich mich sehr darauf gefreut habe.

Die Grundidee gefällt mir sehr gut: Eine Halbelfe, die weder von Menschen- noch Elfenseite akzeptiert wird, gerät in eine gefährliche Situation, wird von einem gutaussehenden Mann gerettet und dadurch in einen Strudel von unglaublich vielen Ereignissen gerissen, der ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellen wird. Besonders interessant finde ich dabei die Idee des verfluchten Prinzen und seiner möglichen Erlösung. Dieses Konstrukt hat die Autorin schön ausgearbeitet.

Den Einstieg ins Buch hat die Autorin gut gestaltet, so dass ich mich sofort zurechtgefunden habe. Das mittelalterliche Setting mit Fantasyelementen zog mich sofort in seinen Bann und auch Fye ist als Protagonistin sofort sympathisch. Allerdings wird dieser gute Start zunehmend von nicht nachvollziehbaren Handlungen und Logikfehlern getrübt.

Obwohl Fye die längste Zeit ihres Lebens abgeschottet von den Menschen lebt und ihnen gegenüber misstrauisch ist, setzen all ihre Instinkte aus, als sie auf den gutaussehenden „schwarzen Ritter“ Gylbert trifft. Sie benimmt sich wie ein liebestolles Mädchen und wirft alle Erfahrungen ihres bisherigen Lebens über Board. Das ist für mich völlig unlogisch, wodurch mir Fye streckenweise wirklich unsympathisch war.

Ihr Wegbegleiter Vaan, der Prinz des Königsreiches, ist ein sympathischer Typ, der jedoch für meinen Geschmack seine Zweifel zu schnell ablegt. Ein bisschen mehr Spannung wäre an dieser Stelle schon schön gewesen.

Insgesamt störten mich vor allem die Logikfehler (auch teils Rechtschreibfehler), die immer wieder auftauchten: So ist beispielsweise ein Pfeil, der im Körper stecken geblieben ist und herausgezogen wurde, ein wenig später ein sauberer Durchschuss. Fehler solcher Art gehen leider in lektorierten Werken gar nicht, zumindest wenn sie gehäuft auftreten.

Darüber hinaus gefällt mir der Handlungsverlauf nicht durchweg. Manche Szenenwechsel sind unlogisch und die Zeitsprünge passen für mich ebenso nicht ins Bild. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass so viele Geschehnisse wie möglich in einen (kurzen) Band gesteckt werden sollen. Mir hätte es besser gefallen, wenn sich die Autorin mehr auf den Fluch konzentriert oder eine zweiteilige Reihe daraus gemacht hätte.

Positiv bleibt aber zu vermerken, dass sich der anfangs holprige Schreibstil im Laufe der Geschichte besserte und die erotischen Szenen sehr prickelnd sind (auch wenn ich mit solchen Szenen nicht gerechnet hätte).

Fazit

„Divinitas“ von Asuka Lionera bietet viel Potential mit einer spannenden Grundidee und einen schönen Setting. Leider schleichen sich zu viele Logikfehler in die Geschichte ein und die Handlungsweisen der Protagonisten sind nicht überzeugend. Da ich mich dennoch gut unterhalten fühlte und mir manche Szenen einen Seufzer entlockten, gibt es 3 Lilien.

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Liebste Grüße,

Eure Lilienlicht ♥

3 Kommentare

  1. Huhu Diana,
    schade, dass dir das Buch nicht so gefallen hat, aber das mit den Fehlern kann ich verstehen. Sie gingen mir auch etwas auf den Keks, aber irgendwie mochte ich das Buch trotzdem.
    Liebe Grüße
    Mandy

  2. Martina sagt: Antworten

    Das Cover find ich sehr schön und da der Drachenmond Verlag derzeit in aller Munde ist, wollte ich mir auch mal ein Werk davon gönnen (ich stöber dann auf der Buchmesse 😀 ). Ein bißchen Fantasy ist auch nicht schlecht.

    Ich hatte eigentlich auf Grund des Covers auch vielleicht zu diesem hier tendiert, aber Logikfehler, wenn sie so offensichtlich sind, gehen gar nicht. Das würde mich auch sehr stören und plötzliche Handlungssprünge find ich auch nicht immer so toll. Oder Auflösungen, die viel zu schnell gehen, wo man das Gefühl hatte, man wollte schnell zum Ende kommen (das hatte ich bei meinem letzten Buch).

    Zu viel Handlung in einem kleinen/dünnen Buch ist nie gut. Da lob ich mir damals schon… wie hieß er jetzt noch… Christopher Paolini mit Eragon. Er hatte gemerkt, dass er die Geschichte nicht wie geplant in 3 Bücher packen konnte und hat daher 4 Bücher veröffentlicht.

    Schade, dass das Buch dich jetzt nicht so begeistert hat, wie gehofft. Aber da gibt es ja andere Exemplare, die dich voll und ganz begeistert haben 😀 Und vielleicht guck ich trotzdem auf der Messe mal in „Divinitas“ rein 🙂

  3. Hallo und liebe Stöbergrüße von Biggi aus Melusines-Welt.blogspot.de! Deine Seite gefällt mir, auch beim Büchergeschmack sind wir uns ähnlich. Vielleicht magst du mal in meine Rezi von Devinitas schauen? Ich freue mich auf deinen Besuch. Deine Biggi (auf Facebook: Melusines Welt)

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