Rezension zu „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ von Suzanne Collins

Hallöchen liebe Leser,

ich hoffe ihr habt das Osterfest gut überstanden. Heute möchte ich Euch meine Rezension zum ersten Band der Panem-Trilogie von Suzanne Collins vorstellen. Viele von Euch haben die Bücher schon gelesen oder zumindest eines davon im Regal stehen.

Aufgrund des überwiegend positiven Feedbacks hatte ich mir vergangenes Weihnachtsfest den orange-schwarzen Schuber schenken lassen. Meine Erwartungen an das Buch waren recht hoch und wurden größtenteils erfüllt.

Die Panem-Trilogie ist im Oetinger Verlag erschienen.

Vorab die wichtigsten Fakten zum Buch:
Art: Gebunden (HC) – auch erhältlich als Taschenbuch
Erscheinungsdatum: August 2009
Seitenanzahl: 416
Preis: 17,90 Euro
ISBN: 978-3-7891-3218-6

Cover

DSC_2218

Die Covers im Schuber unterscheiden sich ein wenig von den Einzelbänden. Diese Version ist schwarz, hat ein paar orangefarbene Blätter und zeigt die goldschimmernde Spotttölpel-Brosche von Katniss. Diese Brosche ist zum Wahrzeichen der Reihe geworden, obwohl sie im 1. Teil eine eher untergeordnete Rolle spielt. Allerdings sind die Spotttölpel von Bedeutung.

Dieses Cover gefällt mir ganz gut. Es ist schlicht, geheimnisvoll und lässt noch nicht tief ins Buch blicken. Allerdings finde ich diese mattschwarze Oberfläche unvorteilhaft, weil man selbst leichte Kratzer und Fingerabdrücke darauf sieht. Die Covers der Einzelbände gefallen mir prinzipiell besser.

Inhalt
Katniss Everdeen ist 16 Jahre alt und lebt in Distrikt 12 des Landes Panem. Es ist auf den Trümmern Nordamerikas entstanden und war einst in 13 Distrikte eingeteilt. Durch eine Rebellion wurde Distrikt 13 ausgelöscht und das Schicksal aller übrigen Distrikte  besiegelt. Um an die Rebellion und den Aufstand zu erinnern, lässt die Regierung, angesiedelt im Kapitol, jährlich Hungerspiele veranstalten – ein Kampf auf Leben und Tod, dem sich je ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren aus jedem Distrikt stellen muss. Und es gibt nur einen Sieger.

Als Primrose Everdeen, die kleine Schwester von Katniss, am Erntetag aus dem Lostopf gezogen wird, geschieht das unfassbare: Katniss meldet sich freiwillig als Tribut.

Gemeinsam mit dem 16-jährigen Peeta Mellark tritt sie den Kampf ums Leben an.

Meine Meinung
Meine Erwartungen an Panem waren und sind sehr hoch. Fast vollständig konnten sie erfüllt werden.

Nach einem spannenden Einstieg ins Buch kommt die Handlung schnell ins Rollen. Die Geschichte um das Land Panem, dessen Distrikte und die jährlichen Hungerspiele finde ich sehr originell und außergewöhnlich. Dementsprechend hatte sie mich in ihrem Bann und gab mich bis zum Ende nicht mehr frei.

Der Leser erfährt rasch die wesentliche Regeln und Gepflogenheiten des Landes – ohne Ausschweifungen und unnötige Informationen. Man findet sich schnell zurecht und fühlt sich nach kurzer Zeit im Roman zu Hause. Auch die Beschreibungen sind gut und liebevoll gewählt, so dass die Bilder wie von allein im Kopf entstehen.

Der Spannungsbogen ist außerdem gut herausgearbeitet, von Langeweile kann wahrlich nicht die Rede sein. Die Geschichte endet zudem mit einem kleinen Cliffhanger, der definitiv Lust auf mehr macht, aber derart gut gewählt ist, dass jene Frustration nahezu ausgeschlossen ist.

Was mir stellenweise fehlte, waren allerdings die Tiefe und auch Gefühle von Katniss. Dadurch konnte das Buch nicht bis ins Innerste von mir durchdringen, was ich sehr, sehr schade fand.

Gleichmaßen gut wie Handlung und Spannungsbogen sind die Protagonisten der Geschichte. Hauptcharakter ist Katniss Everdeen. Katniss ist für ihr Alter eine sehr starke und solide Protagonistin. Ihr Vater kam bei einem Mienenunfall ums Leben, wodurch die Mutter von Katniss und Prim total aus der Bahn geworfen wurde. Sie kümmerte sich nicht mehr um ihre Töchter und war ein seelisches Wrack. Also musste Katniss für sich und ihre Familie sorgen. Sie war deshalb oft außerhalb des Saumes von Distrikt 12 jagen und lernte dabei Gale kennen mit dem sie sich später anfreundete. Diese Vergangenheit prägte natürlich den Charakter von Katniss. Sie hat gelernt stark zu sein, für ihre Schwester, für ihre Mutter und sich selbst. Dementsprechend macht sie während des Erntefestes und den Hungerspielen selbst einen soliden Eindruck. Sie ist klug, weiß sich aus brenzligen Situationen zu befreien und versucht sich nicht der Angst zu beugen. Dennoch blitzt hin und wieder ihre jugendliche Naivität durch – eigentlich eine super und vor allem authentische Kombination. Jedoch fehlten mir bei Katniss die Gefühle Angst, Verzweiflung und auch Liebe ein Stück weit. Ich denke und hoffe, dass sie im 2. Band mehr von sich preisgibt.

Von Gale erfährt man im ersten Teil noch relativ wenig. Er ist ein sympathischer Typ, der anscheinend mehr für Katniss empfindet als Freundschaft. Er sorgt sich um sie und steht ihr tapfer zur Seite.

Peeta Mellark – der zweite Tribut aus Distrikt 12. Anfangs konnte ich nicht einschätzten, ob ich ihn wirklich mochte oder nicht. Aber im Laufe der Geschichte kommt man seiner Idee und seinen Gefühlen auf die Spur und das macht ihn letztendlich doch sehr liebenswert. Er ist sehr bescheiden, vielleicht auch ein wenig schüchtern. Doch seine schärfste Waffe ist der Verstand und seine Tarnkunst (er ist Bäckerssohn). Peeta hat ein großes Herz und ich denke, das dürfte jedem im Lauf der Geschichte bewusst werden.

Haymitch, der Mentor von Katniss und Peeta und ehemaliger Sieger der Hungerspiele, ist eher ein Kandidat aus der Reihe der unsympathischen Charaktere. Es wird als dickbäuchig und alkoholsüchtig beschrieben und hatte zunächst kein richtiges Interesse daran, die beiden auf die Spiele vorzubereiten. Pluspunkt: er reißt sich doch zusammen und ist den beiden eine echte Stütze. Trotz allem konnte er mich nicht wirklich von sich überzeugen.

Ein weiterer unsympathischer Charakter ist Cato. Er ist ein sog. Karrieros aus Distrikt 2. Die Karrieros werden ihr Leben lang auf die Hungerspiele vorbereitet um sich dann freiwillig zu melden – in Distrikt 1 und 2 ist es also eine Ehre ein Tribut zu sein. Cato ist kaltblütig und arbeitet quasi wie ein Roboter auf sein Ziel hin. Ich habe ihn einfach gehasst…

Figuren, auf die ich nun nicht weiter eingehen möchte, die ich aber auch sehr mochte waren: Rue (District 11) und Cinna (Stylist von Katniss).

So viel zu den – aus meiner Sicht – wichtigsten Charakteren.

Der Schreibstil von Frau Collins lässt sich einfach wunderbar lesen. Teils sind die Sätze recht kurz, aber man gewöhnt sich dran. Ich habe zumindest nichts daran auszusetzen.

Die Geschichte von Panem wird in der Ich-Form geschrieben – aus der Sicht von Katniss. Das ist meiner Meinung nach die perfekte Erzählperspektive für diese Geschichte. Schade nur, dass man trotzdem nicht weit genug in Katniss hineinschauen kann.

Fazit
Rückblickend ist Panem trotz meiner wenigen Kritikpunkte eine Dystopie mit absolutem Suchtpotential. Je mehr ich an die Geschichte zurückdenke, desto mehr fasziniert mich das von Suzanne Collins geschaffene Gebilde. Ich werde den 2. Band definitiv bald lesen und bin schon tierisch gespannt wie es weitergehen wird und welche Probleme auf die Protagonisten zurollen werden. Aufgrund minimaler Kritikpunkte ziehe ich einen halben Punkt von der Gesamtbewertung ab. Da ich ja nur mit ganzen Herzen bewerte, gibt es verdiente 4 von 5 Herzen.

Lilie1Lilie1Lilie1Lilie1

Liebste Grüße,
Eure Lilienlicht

 

Die Urheberrecht vom Buchcover liegen beim Oetinger Verlag und bleiben unberührt.

4 Kommentare

  1. Tolle Rezension! Nach so langer Zeit ist es mal wieder schön etwas über das Buch zu lesen. Wenn die Bücher neu sind, kann man ja an jeder Ecke Rezensionen lesen. Aber mit etwas Abstand macht es schon wieder Lust sich erneut der Geschichte hinzugeben. Danke dafür! 🙂

    Liebe Grüße
    Debbi

    1. Hallo meine Liebe,

      danke. Und ich gebe dir recht. Ich schwimme ja gerne im Mainstream mit, da ich aber meist recht spät zum Lesen der Bücher komme, ist der Hype schon abgeebbt, wenn ich meine Rezi veröffentliche. Das hat was xD.

      Liebe Grüße,
      Lilienlicht =(^-^)=
      aka Diana

  2. Eine sehr schöne und ausführliche Rezi hast du da geschrieben. Deine Kritikpunkte kann ich gut nachvollziehen.
    Oh man, ich muss das Buch auch mal wieder lesen. xDD
    LG Mandy

    1. Hallo Mandy,

      danke für das Kompliment. Ich denke die Kritikpunkt sind vor allem dem Hypte und den daraus entstehenden Erwartungen geschuldet. Wäre es nicht so gewesen, wären möglicherweise 5 Punkte dabei rausgekommen ^^

      Das mit dem nochmal lesen kann ich verstehen. Meine Lieblinge würde ich auch gern noch ein paar mal lesen, aber momentan geht der SuB vor xD

      Liebe Grüße,
      Lilienlicht =(^-^)=
      aka Diana

Schreibe einen Kommentar