Rezension zu „Das Haus in der Löwengasse“ von Petra Schier

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Abend liebste Leser,

endlich, endlich habe ich wieder ein Buch ausgelesen. Ich bin nun mal nicht die Schnellste :-). Aber Beruf und Privatleben spannen einen oft ein und lassen nur wenig Zeit zum ausgiebigen Lesen! Nichtsdestotrotz möchte ihr euch heute einen historischen Roman vorstellen. Es war mein Erster dieser Art und ich bin froh, dass die Wahl auf ihn gefallen ist.

Das Buch um welches es geht ist „Das Haus in der Löwengasse“ von Petra Schier. Erschienen ist es im Rowohlt Verlag, genauer gesagt im Rowohlt Taschenbuch Verlag „rororo“.

haus in der löwengasse

(c) Rowohlt Verlag

Frau Schier veranstaltete anlässlich der Erscheinung des Buches eine Leserunde bei Lovelybooks. Das Glück war mir hold! Ich gewann eines der Freiexemplare. An dieser Stelle DANKE an Verlag und Autorin für die Bereitstellung der Bücher und die Durchführung der Leserunde. Sehr schön fand ich auch die Widmung im Buch. Das ist für mich immer ein kleines Highlight, das mich ein wenig stolz macht 🙂

Kurz vorab noch die wichtigsten Fakten zum Buch selbst:
Art: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 01. September 2012
Seitenanzahl: 352
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-499-25901-2

Cover
Das Cover ist in Braun/Sepia-Tönen gehalten. Im Vordergrund zeigt es ein ehrfürchtiges Eisentor, links daneben eine Säule. Auf dieser Säule steht die Statue einer Frau. Ich finde das Cover wirkt sehr modern für einen historischen Roman. Es passt aber ausgesprochen gut zum Buch. Es ist sehr ansprechend, vor allem da es mit dem Inhalt des Buches in Verbindung steht. Es zeigt den Eingang zum Hause Julius Reuther, der im Buch einer der Hauptprotagonisten ist.

Inhalt
Das Buch spielt im 19. Jahrhundert und zwar im Jahre 1823 – Genau zwei Jahre nach dem Tod von Napoleon Bonaparte ;-). Die Geschichte beginnt in Bonn, spielt aber den überwiegenden Teil in Köln.

Hauptprotagonistin ist die 23-jährige Pauline Schmitz. Pauline ist in Bad Bertrich aufgewachsen. Ihre Eltern kamen bei einem Unfall ums Leben. Sie lebte bei ihrem Onkel, der Arzt war und ihr dementsprechend eine gute Bildung ermöglichte. Nach seinem Tod war Pauline als Waise auf sich allein gestellt. Von dem Vermögen Ihres Onkels hat sie nicht viel geerbt.

Pauline nahm daraufhin eine Anstellung als Gouvernante im Hause der Familie Buschner in Bonn auf. Sie war für die Erziehung und Bildung der Kinder verantwortlich. Als der Hausherr Pauline immer wieder bedrängte, sie sogar missbrauchte zog Pauline die Notbremse und wehrte sich. Dies zog Folgen nach sich. So stand sie mit einem Koffer, in welchem nur das Wichtigste verstaut war, auf der Straße. Ohne Empfehlungsschreiben und mit wenig Geld begab sich Pauline nach Köln. Aufgrund ihrer Situation konnte Pauline lediglich eine Anstellung als einfache Magd finden. Das Dienstpersonal hatte zu diesen Zeiten nicht viel zu lachen!

Dank des Kölner Textilfabrikanten Julius Reuther erhielt Pauline erneut eine Anstellung als Gouvernante… und nicht nur das. Er schenkte ihr auch sein Herz! Jedoch gab es finanzielle Schwierigkeiten in Julius‘ Fabrik. Eine Ehe mit einer Frau aus reichem Hause könnte seine Fabrik retten. Pauline und Julius stehen vor Entscheidungen, deren Konsequenzen riesige Kreise nach sich ziehen konnten.

Meine Meinung
Der Einstieg in die Geschichte ist Frau Schier gut gelungen. In den ersten knapp 100 Seiten erfährt der Leser, wer Pauline Schmitz ist und was ihr widerfuhr. Ab und an wurde auch schon über Herrn Reuther berichtet, so dass der Leser sich einen recht guten Überblick verschaffen kann. Die Geschichte wir aus der Perspektive des allwissenden Erzählers beschrieben.

Ab Kapitel 17 kommt die Handlung zunehmend in Fahrt. Sehr gut hat es mir gefallen, dass es zum Ende hin immer spannender wurde. Man hatte meist das Bedürfnis unbedingt weiter lesen zu wollen und erlaubte sich gern ein Kapitel mehr zu lesen, als es geplant war.

Pauline Schmitz war mir von Beginn an sehr sympathisch. Trotz der schlimmen Geschehnisse aus der Vergangenheit, gibt sie sich stark nach außen. Ihrer „niederen“ Stellung als Magd nimmt sie sich schnell an und entwickelt einen richtigen Ehrgeiz. In Momenten in denen sie allein ist merkt man, dass die Vergangenheit sehr an Pauline nagte. Auch ihre Alpträume machten ihr zu schaffen. Man konnte so erkennen, dass Pauline nicht dauerhaft allem gewachsen war. Allerdings konnte sie sich stets besinnen. Ihre Handlungen waren meist geprägt von Vernunft und Höflichkeit – wie es sich zur damaligen Zeit schickte. Manchmal agierte sie jedoch auch ein wenig naiv. Das konnte ich stellenweise nicht richtig nachvollziehen, aber es störte nicht!

Mit Julius Reuther wurde ich nicht so schnell warm. Er verhielt sich in meinen Augen zwar zeitgemäß, war aber oft schlecht gelaunt, teilweise cholerisch. Nach und nach konnte man hinter seine Fassade blicken. Dadurch schloss ich ihn bald in mein Herz.

Frieda Oppenheimer freundet sich im Laufe der Geschichte mit Pauline an. Zu Beginn konnte ich sie nicht einschätzen, habe sie eher neutral betrachtet. Am Ende konnte sie mit ihrer Sympathie punkten.

Generell waren die Gefühlswelten von Pauline und Julius sehr gut dargestellt. Ihre Gefühle sind stellenweise Achterbahn gefahren. Ich gesellte mich dazu und fieberte mit! Man konnte sich wirklich gut in die beiden hinein versetzen. Dies ließ die Geschichte authentisch wirken.

Historische Fakten und Begebenheiten hat man nur am Rande mitbekommen. In Anbetracht des Handlungsverlaufs war dies die perfekte Mischung.

Der Schreibstil von Petra Schier ist vorzüglich. Er zeichnet sich durch seine leichte Verständlichkeit und Einfachheit aus. Der Text verlor dadurch keinesfalls an Qualität. Flüssiges Lesen ist in diesem Buch garantiert.

Fazit
Der historische Roman „Das Haus in der Löwengasse“ ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung. Mir persönlich gefallen diese Geschichten aus dem 19. Jahrhundert, weil es doch noch nicht all zu lang hinter uns liegt und die Gesellschaft sich langsam zum Modernen hin entwickelte. Da die Charaktere sowie ihre Emotionen toll dargestellt worden sind und die Handlung stetig an Spannung zunahm, hat mir das Lesen eine große Freude bereitet.

Leider konnte mich das Buch erst nach 100 Seiten in seinen Bann ziehen. Die große Euphorie, welche viele Leser in der Leserunde für das Buch entwickelten, konnte ich nicht in diesem Umfang teilen. Deshalb gibt es einen Punkt Abzug.

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Liebste Grüße,
Eure Lilienlicht

 

Wie immer liegt das Copyright des abgebildeten Buchcovers beim Verlag.

2 Kommentare

  1. Schöne Rezi!!!

    Du gibst dir immer so viel Mühe und schreibst so ausführliche und lange Rezensionen. Dafür bin ich immer zu faul. 😉 Mach unbedingt weiter so.

    Ich habe etwas Angst, dass ich auf den ersten 100 Seiten absterbe und dann etwas anderes lese. Und, wie du weißt, historischer Stoff ist nicht gerade mein Favorit.

    Liebe Grüße
    Janine

    1. Danke für das Kompliment *-* Wenn es die Zeit und vor allem das Buch erlaubt, bleiben die Rezi’s so ausführlich. Die nächste wird sicher etwas kürzer ausfallen xD *hust*

      Die ersten 100 Seiten sind nicht langweilig! Es ist aber halt die Einführung. Die „Spannung“ dort ist anders als danach. Aber wenn du magst, leih ich dir eh mal. Dann könntest du einfach mal reinlesen. Sag einfach bescheid wenn du Muse dafür hast!

      Ganz liebe Grüße zurück!

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