Rezension zu „Cherryblossom 2 – Nymphenherz“ von Mina Kamp

Hallo meine lieben Leser,

heute ist es endlich soweit! Lange habe ich auf die Fortsetzung des Debütromans „Cherryblossom – Die Zeitwandler“ von meiner Lieblingsautorin Mina Kamp gewartet und am 11. Juni hatte das Warten ein Ende. Als ich erfuhr, dass der zweite Band als eBook erhältlich ist, habe ich nicht lang gefackelt, meinen Kindle gezückt und mir das gute Stück herunter geladen. Nun habe ich es gelesen und möchte Euch meine Meinung nicht vorenthalten!

Da es sich um den zweiten Band einer Reihe handelt, gibt es wie immer an dieser Stelle schon einmal den >>>>>SPOILERALARM<<<<< ;-).

Wie auch schon der erste Teil der Cherryblossom-Reihe ist das Buch im Oldigor Verlag erschienen. Das Taschenbuch wird ab Mitte Juli erhältlich sein – die Printliebhaber müssen also noch ein wenig warten.

Bevor wir in die Vollen gehen kommen hier die Infos zum Buch!

Edit: Das Buch ist mittlerweile mit einem neuen Cover als eBook bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur erschienen! Die hier verwendeten Bilder sowie der Klappentext entstammen der Auflage beim Oldigor Verlag.

Vorab die wichtigsten Fakten zum Buch:
Art: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 17.09.2013 (TB)
Seitenanzahl: 322 (TB)
Preis:  13,90 Euro (TB)
ISBN: 978-3-943697-66-7 (TB)

Cover

Cherry 2

Quelle: http://www.oldigor.de/junior/cherryblossom-2-nymphenherz-mina-kamp/

Wie schon beim ersten Band überzeugt das Cover von „Cherryblossom 2 – Nymphenherz“ mit hellen Rosatönen gepaart mit grünen Elementen und den typischen Kirschblüten. Auch fehlt Hanna nicht auf diesem Cover.

Erneut bin ich sehr begeistert von der Aufmachung sowie der stimmig gewählten Farbgestaltung. Dieses Cover ist definitiv ein Eyecatcher, der mir im Laden auf jeden Fall ins Auge gefallen wäre!

Inhalt
>>>SPOILERALARM<<<<<

Nachdem Hanna mit Ben und Louisa der Sekte Occulus Videns entkommen konnten werden sie vom Rat der Zeitwandler auf das Anwesen von Mister Gray, einem Hexer, gebracht. Dort laufen die Vorbereitungen für die Hochzeit von Hanna und Ben auf Hochtouren. Hanna beschäftigt aber nicht nur dieses Arrangement, sondern auch der Verbleib von Lennox und Olivia, die in dem brennenden Haus zurückgeblieben waren. Doch ihr bleibt kaum Zeit darüber nachzudenken, denn sie muss lernen ihren inneren Dämon zu beherrschen und gleichzeitig ihre Fähigkeiten im Umgang mit der Magie ausbauen und das ist gar nicht so einfach.

Die neuen Fähigkeiten von Hanna als Mischwesen sind jedoch anderen Zeitwandlern und Hexern ein Dorn im Auge. Nach und nach kommen neue Informationen zum Vorschein, die sowohl Hanna als auch ihre Freunde in Gefahr bringen können. Und da sind ja noch Valerie und Isabelle Cherryblossom, Hannas Vorfahrinnen, die eine größere Bedeutung haben, als es zunächst scheint.

Es beginnt die Jagd nach Informationen, den Hintergründen der alten Prophezeiung und den „neuen“ Hexen.

Meine Meinung
Mit „Cherryblossom – Die Zeitwandler“ setzte Mina Kamp die Messlatte sehr hoch. Der zweite Teil Nymphenherz erfüllte meine Erwartung zu 99 %!

In Bezug auf die Handlung muss der Leser im zweiten Teil der Reihe kaum bis gar keine Abstriche machen. Der bekannte Szenenwechsel aus dem ersten Teil macht einer strukturierteren Erzählung mit überschaubaren Handlungsorten Platz.

Auch wenn vielleicht einige Details aus dem ersten Band nicht mehr präsent sind, findet sich der Leser sofort wieder im Geschehen zurecht. Mina überzeugt wie gewohnt mit überraschenden Situationen, unerwarteten Wendepunkten und humorvollen sowie tiefgründigen Unterhaltungen der Figuren. Auch der Ideenreichtum von Mina Kamp ist sehr beeindruckend. Ihr gelingt es die einfachsten Dinge und Kindergeschichten neu zu verpacken, so dass der Leser immer wieder ins Staunen gerät. Langweilig wird dieser Schmöker also keineswegs!

Leider muss ich bei der Handlung einen minimalen Minuspunkt anbringen, was den Höhepunkt der Geschichte betrifft. Einerseits war dieser Wendepunkt überraschend und andererseits aus meiner Sicht zu untypisch für den „bösen“ Zeitwandler. An dieser Stelle hätte man den Spannungsbogen noch etwas ausdehnen oder zumindest in einem Epilog den besagten Wendepunkt noch einmal aufgreifen können um einen Cliffhänger zu schaffen. Aus meiner Sicht heraus wurde das Ziel etwas zu schnell erreicht.

Das Ende an sich ist ganz nach meinem Geschmack und herzzerreißend schön. Man wird das Buch mit einem zufriedenen Gefühl aus der Hand legen und einem weiteren Teil entgegenfiebern.

Meine Sympathie gegenüber der Protagonistin Hanna Cherryblossom konnte im zweiten Teil keineswegs geschmälert werden. Nach wie vor gelingt es Hanna in vielen Situationen gefasst aufzutreten, doch ihr jugendlicher Leichtsinn geht dadurch nicht verloren. Ihrem Vater bietet sie gern die Stirn und reagiert manchmal sogar trotzig auf seine Anweisungen. Doch sie weiß, dass sie sich den Aufgaben, die der Rat ihr aufgetragen hat, nicht entziehen kann. Dennoch schmiedet sie ihre eigenen Pläne um sich aus der Situation zu befreien. Hanna reift durch die Wandlung zur Nymphe enorm. Man lernt ihre verführerische Seite kennen; eine Seite die nach der Energie von Männern verlangt und die den Leser fasst vergessen lässt, dass sie doch erst 18 Jahre alt ist. Facettenreichtum steht also an erster Stelle, der Hanna immer noch zu einer authentischen und sehr liebenswerten Protagonistin macht.

Der neben Hanna wichtigste Charakter ist natürlich nach wie vor Lennox Merryweather. Schon im ersten Teil schwärmte ich für den smarten Nachtalb, der gern herrisch und forsch reagierte. Nun wandelt er sich, denn die Gefühle drängen an die Oberfläche. Lennox gelangt zu „neuer“ Menschlichkeit und zeigt sich in Bezug auf Hanna nicht nur besorgt, sondern auch extrem aufopferungsvoll. Er scheut vor Nichts zurück um sich sein Mädchen zurückzuholen und sie mit Leib und Seele zu beschützen. Dadurch wirkt er aber nicht verweichlicht oder soft! Der Schlagabtausch mit Ben ist unverwechselbar und die Begierde nach seiner Herzensdame ermöglicht einen Blick auf den leidenschaftlichen Lennox ;-).

Ben Wallner und Olivia bezeichnete ich im ersten Teil als „lala“-Charaktere. Ich konnte weder Sympathie noch Hass für die beiden entwickeln. Auch in diesem Punkt bringt Nymphenherz Klarheit – zumindest in Bezug auf Olivia. Diese ist mir nämlich mittlerweile richtig ans Herz gewachsen. Spätestens jetzt weiß man mit ihrer kühlen, plumpen Seite gut umzugehen, weil man erkennt, dass auch sie eine ganz andere Seite hat. Vor allem die Treue gegenüber Lennox und seinem Vorhaben macht sie zu einer wichtigen Figur, die immer wieder mit Witz und Humor für Auflockerung sorgt.

Ben hingegen änderte sich nicht besonders. Weite Teile der Geschichte ist er immer noch nicht richtig durchschaubar. Seine Absichten bleiben zunächst im Dunkeln verborgen, bis Luca, eine weitere Hexe, in Erscheinung tritt. Trotz allem ist er eine wichtige Figur in Hannas Umfeld, die zu ihrer Sicherheit beiträgt.

Ein weiterer Kandidat der Undurchschaubaren ist Hannas Vater, Dominik Dawn. Endlich lernen wir ihn besser kennen, doch das führt nicht zwangsläufig zur Sympathie. Er ist sehr auf seine Aufgabe und seine Ziele bedacht und wirkt die meiste Zeit kühl und abwesend. Erst im Laufe der Handlung steigt der Leser mit minimalen Schritten hinter seine Fassade. Die distanzierte Art bestätigt auf alle Fälle den Eindruck, den man im ersten Teil von ihm erhaschen konnte, so dass auch er zu den lebendigen und sehr authentischen Charakteren gehört.

Louisa hat der Leser ebenfalls schon kennengelernt. Sie ist eine entmächtigte Zeitwandlerin, die bisher nicht gesprochen hat. Sie erhält in Nymphenherz eine entscheidende Rolle. Als engste Vertraute von Hanna spendet sie viel Trost, weckt aber auch den Beschützerinstinkt im Leser. Oft wirkt sie schüchtern und mittellos, doch nach und nach reift auch sie in ihren Charakterzügen und schleicht sich damit schnell ins Leserherz.

Ein weiterer wichtiger Charakter ist Luca. Sie ist eine Hexe mit besonderen Fähigkeiten. Von ihr erhoffen sich Lennox und Olivia Informationen zu bekommen. Nach anfänglichen zögern schließt sie sich den beiden an und stellt ihre Hilfe zur Verfügung. Charakterlich ist Luca zunächst auch schwer einzuschätzen. Man könnte vermuten, dass auch sie nur ihren eigenen Zielen hinterherjagt. Allerdings steckt auch hier mehr dahinter.

Zuletzt noch einer der unsympathischen Charaktere: Abel von Wolf. Er ist einer der ältesten Zeitwandler überhaupt und ein hohes Tier im Zeitwandlerrat. Er besticht vor allem mit seiner skrupellosen Art und macht Hanna und ihren Freunden das Leben schwer.

Alles in allem sind die Charaktere sehr vielschichtig gestaltet und nicht leicht zu durchschauen. Dadurch gewinnt die Geschichte immer wieder an Spannung und ermöglicht ungeahnte Wendepunkte.

Sowohl an der Erzählperspektive als auch am Schreibstil gibt es bei Nymphenherz im Vergleich zum ersten Band nichts zu bemängeln. Ein lockerer, jugendlicher Schreibstil mit gut gewählten Metaphern leitet den Leser durch das Geschehen und bereitet ihm angenehme Lesestunden.

Fazit
Mit „Cherryblossom 2 – Nymphenherz“ gelingt es Mina Kamp erneut den Leser in die Welt der Zeitwandler und Hexen zu entführen. Das Buch überzeugt mit spannenden Wendepunkten, einem bemerkenswerten Ideenreichtum und facettenreichen Charakteren. Auch wenn es nicht zu 100 Prozent perfekt ist, bereitet es dem Leser wunderbare Lesestunden, die alle Gefühle zulassen: Von Freude, Wut, Angst bis hin zum Humor ist alles dabei. Auch die Lennox-Liebhaber werden auf ihre Kosten kommen und sich von seinem Wesen mitreißen lassen. Man kann nur hoffen, dass ein nächster Teil nicht lange auf sich warten lässt!

 

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Liebste Grüße,
Eure Lilienlicht

 

 

Die Urheberrechte am Cover lieben beim Oldigor Verlag und Mina Kamp. Sie bleiben unberührt.

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