Rezension zu „These Broken Stars. Lilac und Tarver“ von Amie Kaufman und Meagan Spooner

Stell dir vor du bist das reichste Mädchen der gesamten Galaxie und mit dem teuersten und zeitgleich sichersten Raumschiff, das je gebaut worden ist, im Weltall auf Reisen. Mit dir an Board der Icarus sind 50.000 Menschen. Dein Vater ist ein absoluter Kontrollfreak und jeder Umgang, der nicht für dich vorgesehen ist, wird unterbunden.

Plötzlich gerät dieses Raumschiff aus seiner Flugbahn, wird aus dem Hyperspace herausgerissen. Deine einzige Rettung ist eine Rettungskapsel, in die du (allein) mit einem gefeierten Soldaten flüchten musst. Nur durch einen Kurzschluss gelingt es dir, die Kapsel in letzter Sekunde zu starten.

Stell dir weiter vor, du rast mit dieser Kapsel auf einen unbekannten Planeten zu. Eure Landung geht gerade noch glimpflich aus, mehr als ein paar Kopfschmerzen und Prellungen trägst du nicht davon. Du realisierst, dass ihr beiden vermutlich allein auf diesem Planeten seid. Weitere Überlebende können du und dein Begleiter nicht ausmachen. Ihr habt nichts weiter bei Euch als die Sachen die ihr am Leib tragt (bei dir ein Kleid und unpraktische High Heels) und die Notverpflegung aus der Kapsel.

Zu allem Übel verstehst du dich mit dem Soldaten weniger gut, aber dir bleibt nicht viel übrig als seine Gesellschaft hinzunehmen.

Was würdest du tun?

Dieser Situation werden Lilac LaRoux und Tarver Merendsen aus „These Broken Stars. Lilac und Tarver“ von Amie Kaufman und Meagan Spooner ausgesetzt.

These Broken Stars. Lilac und Tarver

(c) Carlsen Verlag

Meine Meinung

Endlich mal wieder ein bisschen Abwechslung im Jugendliteraturbereich! Die Wahl des Settings des Autorinnen-Duos hat mich bereits vor der Entscheidung, das Buch zu lesen, sehr angesprochen. Nach dem großen Rausch der Dystopien war ich gespannt auf das Weltall-Setting und wurde nicht enttäuscht.

Mit der Geschichte greifen die Autorinnen natürlich ein paar Klischees auf: Ein stinkreiches Mädchen trifft auf den Kriegshelden, der im Grunde nichts besitzt – zwei  vollkommen unterschiedliche Welten prallen aufeinander.

Aber die Charaktere haben großes Potential, das sie auch nutzen. Lilac wirkt zu Beginn der Geschichte so wie es sein muss: eingebildet und überheblich. Doch relativ schnell kann sie zeigen was in ihr steckt und rettet damit Tarver das Leben, denn ohne ihre Kenntnisse zum Kurzschluss der Rettungskapsel wären sie nicht rechtzeitig vom Raumschiff weggekommen. Diese positive Entwicklung wird über die Geschichte hinfort getragen, so dass man Lilac einfach mögen muss.

Auch Tarver scheint zu Beginn etwas oberflächlich, obwohl man hier gleich merkt, dass mehr hinter seinem Wesen steckt als man zunächst gezeigt bekommt. Er entwickelt sich genauso weiter wie Lilac und lernt vor allem zu seinen Gefühlen zu stehen.

Die beiden Charaktere passen einfach perfekt zu einander. Es gibt viele schöne Schlagabtausche zwischen den beiden, aber auch ernste, intensive Momente.

Es ist von vornherein klar, dass Lilac und Tarver über die Zeit mehr verbindet als der Absturz, was für mich keinen Nachteil der Geschichte darstellt.

Weniger gelungen finde ich jedoch den ersten Teil der Geschichte. Es passiert einfach ziemlich wenig. Zwar kann man so die Entwicklung der Beziehung zwischen Lilac und Tarver intensiver verfolgen, dennoch zieht es sich etwas in die Länge. Man erfährt dazu ein bisschen zu wenig über das Weltenkonstrukt und die Gesellschaft in der die Protagonisten leben.

Mit zunehmendem Ende der Geschichte, nimmt das Geschehen so richtig an Fahrt auf. Die Autorinnen haben es dabei tatsächlich geschafft, mich in die Irre zu treiben. Es sind ein paar Seiten lang Tränen geflossen und genau hier liegt für mich der süße Kern im Schokoladensoufflé. Amie Kaufman und Meagan Spooner haben es geschafft die Emotionen und die Atmosphäre der Story so gut rüberzubringen, dass ich komplett mit den Charakteren mitgefiebert habe. Sowas kommt leider viel zu selten vor.

Fazit

Trotz kleiner Schwächen kann „These Broken Stars. Lilac und Tarver“ von Amie Kaufman und Meagan Spooner mit zwei tollen Protagonisten und vielen Emotionen überzeugen. Durchhalten lohnt sich bei diesem Buch definitiv, da auch das Setting für etwas Abwechslung sorgt.

Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung für alle geduldigen Jugendbuch-Liebhaber.

 

Lilie1Lilie1Lilie1Lilie1

Und da dieses Buch in meinen Augen etwas Besonderes ist, bekommt es von mir die „Lesekatze“ verliehen.

Katze

Ich danke dem Carlsen Verlag recht herzlich für die Bereitstellung des digitlen Leseexemplares.

Liebste Grüße,

Eure Lilienlicht ♥

 

Meinungen anderer Blogs:

his and her books

Skyline Of Books

Mandys Bücherecke

 

 

Schreibe einen Kommentar