Hörbuch-Rezension zu „Schau mir in die Augen, Audrey“ von Sophie Kinsella

Ich freue mich, Euch heute ein sehr schönes Hörbuch aus dem Hause Random House Audio vorstellen zu dürfen, welches mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Es handelt sich um das Hörbuch „Schau mir in die Augen, Audrey“ von Sophie Kinsella, gesprochen von Maria Koschny. Die Hörbuch- und Synchronsprecherin dürfte den meisten ein Begriff sein, denn sie verleiht unter anderem Katniss Everdeen ihre Stimme – der Protagonistin aus „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins. Bereits in den Hörbüchern zu dieser Trilogie konnte mich Maria Koschny vollkommen von sich überzeugen und auch bei diesem Hörbuch verleiht sie der Geschichte einen besonderen Charme!

Schau mir in die Augen Audrey

(c) Random House Audio

Inhalt

Audrey ist eigentlich ein ganz normaler Teenager von 14 Jahren. Jedoch leidet sie seit einem Vorfall an ihrer alten Schule an einer so genannten Sozialphobie. Bis auf ihre Familie und ihre Therapeutin hat niemand einen richtigen Zugang zu ihr, ein Gespräch mit anderen Personen verursacht schlimme Panikanfälle bei ihr. Schutz sucht sie vor allem hinter ihrer Sonnenbrille, die sie nie ablegt. Zudem ist Audreys Familie alles andere als normal, denn ihre Mutter ist eine wahre Gesundheitsfanatikerin, ihr Vater ein richtiger Waschlappen und ihr großer Bruder ein Computer-Freak. Lediglich Felix, der jüngste Spross der Familie, ist ein ganz normaler 4-jähriger Junge. Audreys Zustand ändert sich allmählich, als ihr Bruder Frank regelmäßig Besuch von seinem Zocker-Kumpel Linus bekommt…

Meine Meinung

Vorab möchte ich erwähnen, dass es sich bei dem Hörbuch um eine gekürzte Lesung handelt und ich nicht weiß, welche Teile des Buches ausgelassen worden sind. Es wirkt sich allerdings meiner Meinung nach nicht auf die Schlüssigkeit der Geschichte aus, denn der rote Faden geht zu keiner Zeit verloren.

Die Geschichte um Audrey und ihre Sozialphobie konnte mich mit sich reißen, auch wenn es kleinere Kritikpunkte gibt. Audrey ist ein relativ reifer Teenager (zumindest für ihr Alter) und geht solide mit ihrer Angststörung um. Man kann sich sehr gut in ihre Lage versetzen um mit ihr mitzufühlen. Ihr ist im Grunde bewusst, dass sie keine Angst vor anderen Menschen haben muss und doch setzt ihr Verstand aus wenn es darauf ankommt. Jemanden in die Augen zu schauen ist für sie undenkbar – selbst bei ihrer Familie, mit der sie normal kommunizieren kann. Audrey ist definitiv ein sympathisches Mädchen mit einem gesunden, tollen Humor, der mich immer wieder zum Lachen bringen konnte.

Aber nicht nur Audrey hat ihre Schwierigkeiten, auch ihre Mutter leidet unter der Situation – insbesondere weil sie eine wahre Fanatikerin in Sachen Gesundheit ist. So setzt sie die Familie einfach auf Diät, weil sie irgendwo gelesen hat, es sei gesund nur noch dieses und jenes zu essen. Diese überspitzten Reaktionen sind bei ihr nahezu immer an der Tagesordnung und so überdramatisiert sie viele Situationen, was manchmal ganz schön anstrengend und gleichzeitig sehr komisch sein kann. Das merkt natürlich ebenso Frank, Audreys älterer Bruder, dem seine Online-Games alles bedeuten. Als schließlich ein Computerverbot verhängt wird, hängt der Haussegen zwischen ihm und seiner Mutter schief.

Frank pflegt einen gesunden Kontakt zu seiner Schwester und nimmt Rücksicht auf ihre Krankheit. Vor allem als er beginnt, regelmäßig seinen Kumpel Linus mit nach Hause zu bringen. Linus schafft es nach anfänglichen Schwierigkeiten dank dem kleinen Felix in Kontakt mit Audrey zu treten und trägt dazu bei, sie ein Stück ins Licht zu führen. Es ist wirklich niedlich und herzergreifend zu sehen, wie die beiden enger in Kontakt treten und Audrey kleine Fortschritte macht.

Doch wie man weiß, besteht das Leben nicht nur aus Sonnenschein und so muss Audrey einige Rückschläge wegstecken. Dies verleiht der Geschichte die nötige Authentizität. Leider hat die Geschichte ein paar Schwachpunkte was den Umgang mit Audreys Krankheit angeht. Hier fehlte mir ein wenig mehr Tiefe hinsichtlich Audreys Therapie und ihre Fortschritte. Da ich kein Psychologe bin, kann ich natürlich die Realitätsnähe des Krankheitsverlaufes schlecht einschätzen, aber ein wenig mehr Tiefgang hätten der Geschichte sicherlich gut getan. Dazu kommt, dass die Geschichte im letzten Drittel rasant an Fahrt aufnimmt, so dass sich die Ereignisse überschlagen. Man wird zwar als Leser bzw. Zuhörer davon nicht überfahren, aber dennoch führt diese Unstimmigkeit zu einer unschönen Atmosphäre.

Was die Art und Weise der Lesung angeht, bin ich hellauf begeistert. Maria Koschny schafft es einfach immer wieder, einer Geschichte einen ganz besonderen Charme zu verleihen. Sie spricht alle Figuren in einer angenehmen Stimmlage und keine Betonung ist fehl am Platz. Dazu trägt natürlich gleichermaßen der angenehme Schreibstil von Sophie Kinsella bei.

Fazit

„Schau mir in die Augen, Audrey“ von Sophie Kinsella ist ein schönes Hörbuch, das eine spannende Geschichte erzählt und den Hörer definitiv mitfiebern lässt. Es gibt immer wieder Momente, in denen man herzhaft lachen oder seufzen kann. Leider fehlt der Story etwas Tiefgang in Bezug auf Audreys Krankheit und auch das Ende nimmt zu schnell Fahrt auf. Insgesamt ist es ein Hörbuch, was man nicht verpassen sollte – insbesondere die eigentliche Zielgruppe ab 12 Jahren.

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Ich danke Random House Audio recht herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Liebste Grüße,

Eure Lilienlicht ♥

2 Kommentare

  1. Hallo Diana!

    Wie schön, dass dir das Hörbuch auch so gut gefallen hat. Die Geschichte ist wirklich charmant. 🙂
    Den Tiefgang habe ich nicht allzu sehr vermisst, da ich ihn bei diesem Buch auch nicht erwartet habe.

    Maria Koshny liest wirklich grandios!

    Hab noch einen tollen Tag!
    LG
    Sabrina C

    1. Hey Sabrina,

      ja die Sache mit dem Tiefgang kann man wohl gespalten sehen. Ich finde es sehr wichtig wenn solche Themen in Jugendromanen aufgegriffen werden, dass eine gewisse Tiefe vorhanden ist, einfach damit keine falschen Vorstellungen vermittelt werden. Insgesamt passt es ja trotzdem und das Buch zieht auch eine schöne Lehre mit sich!

      Liebste Grüße,
      Diana

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