[Hörbuch-Rezension] Das Phänomen „After Passion“ von Anna Todd

Ich bin nicht jedem Hype hoffnungslos verfallen, aber wie schon bei Shades of Grey konnte ich letzten Endes diesem Hype nicht widerstehen. Woran das tolle Bloggerportal nicht ganz unschuldig ist! Herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

After Passion(c) Random House Audio

Allein der Klang der Wörter „After Passion“ löst bei vielen Glücksgefühle aus, bei vielen anderen rollen sich die Fußnägel hoch. Man kann in diesem Fall eigentlich nur sagen: entweder man liebt es oder man hasst es. Die Zwischengruppe zählt eher zur Randgruppe…

Ich habe vor meiner Entscheidung, zu diesem Hörbuch zu greifen, einiges an Rezensionen gelesen – sowohl positiv als auch negativ. Meiner Meinung nach sollte man sich im Vorfeld klare Erwartungen an diese Geschichte machen. Ich hatte mir vorab ein Bild geschaffen und wusste quasi worauf ich mich einlassen wollte. Das hat dann wohl dazu geführt, dass ich zu den Sympathisanten dieser Reihe gehöre, aber mehr so im Bereich der oben erwähnten Randgruppe.

Inhalt

„After Passion“ ist die Geschichte der konservativen Theresa Young, kurz Tess(a), die mit ihrem Studium an der Washington Central University beginnt. Tessa ist 21 Jahre jung, lebt allein mit ihrer nahezu diktatorischen Mutter und hat einen liebevollen Freund, der eigentlich perfekt ist. Ihre heile Welt gerät aus den Fugen, als Tess auf den Campus zieht und auf die flippige Steph trifft,  die von nun an ihre Zimmerkollegin ist. Steph passt mit ihren schwarzen, recht kurz bemessenen Klamotten natürlich überhaupt nicht in Tess‘ Welt und als sie den heißen Kumpel ihrer Mitbewohnerin, Hardin Scott, kennenlernt, nimmt ihr Leben ungeahnte Bahnen ein.

Meine Meinung

Ich wusste von Anfang an, dass Tess ein schwieriger Charakter ist und dieses Wissen bestätigte sich im Laufe der Geschichte recht schnell. Es ist aber nicht verwunderlich, denn sie lebt quasi abgeschirmt in einer streng konservativen Welt. Sie trinkt keinen Alkohol, geht erst recht nicht auf Partys und Sex vor der Ehe ist für sie unvorstellbar. Ihr Freund Noah passt natürlich in diese Welt und ist damit der perfekte Partner für Tess. Zumindest bis Hardin in ihre Leben tritt.

Tess ist eine schrecklich inkonsequente Person und liegt vollkommen ihren Gefühlen brach. Sie handelt zunehmen hormongesteuert und vergisst beispielsweise von einer Minute auf die andere, dass sie wütend auf Hardin ist/ sein sollte. Das führt zu einem ständigen Hin und Her der Gefühle und mir war des Öfteren zum Kopfschütteln zumute. Blind vor Gefühlen handelt sie einfach viel zu häufig überstürzt und naiv. Und trotzdem steckt darin einiges an Wahrheit, denn jeder der schon mal richtig schlimm verliebt war, weiß wie es ist, wenn das Hirn einfach mal das Handeln abgibt.

Hardin ist der gutaussehende, coole Typ, der keine Beziehungen führt. Auf jeder Party hängt er einer anderen Dame am Rockzipfel und vergnügt sich mit ihnen. Auch Tess gegenüber macht er diese Lebensweise klar und deutlich und lacht nicht selten über ihr Auftreten. Er ist oft impulsiv und neigt dazu überzureagieren, wird schnell aggressiv.

Diese Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein und so sind Streits vorprogrammiert. Jeder noch so schöner Moment, egal wie lang er auch anhält, wird irgendwann durch einen der beiden zerstört. Man kann wirklich darauf warten und dies ist ein Punkt, der mit der Zeit langweilig werden könnte. Tess klammert für Hardins Verhältnisse zu viel und Hardin ist für Tess‘ Verhältnisse zu egoistisch. Und dennoch konnte ich über die beiden herzlich lachen und mir gleichzeitig an die Stirn fassen.

Tess macht im Laufe der Geschichte eine ziemliche Wandlung durch, die mir durchaus gefällt. Das liegt nicht zuletzt an den Ereignissen, die sich so manches Mal zu überschlagen drohen. Auch Hardin muss merken, dass das Leben andere Seiten parat hält.

Die Mutter von Tess ist einfach ein Graus. Sie versucht aus ihrer Tochter das zu machen, was sie sich vorstellt und das ohne Rücksicht auf Verluste. Tess kann einem manchmal ganz schön Leid tun!

Dennoch bietet das Ende ziemlich viel Dramatik, die aber durchaus schon frühzeitig zu erahnen ist.

Positiv finde ich den „Suchtfaktor“ der Geschichte. Ab einer gewissen Stelle muss man einfach erfahren wie es weitergeht. Ich saß teilweise einfach noch ein paar Minuten länger im Auto als erforderlich, nur um noch ein paar Zeilen zu hören.

Negativ aufgefallen sind mir allerdings die Parallelen zu Shades of Grey. Es sind zwar vollkommen unterschiedliche Geschichten, aber an manchen Stellen fühlte ich mich immer an E. L. James Roman erinnert. Beispielsweise will Tess in einem Verlag arbeiten und Hardin wird von Alpträumen geplagt.

Gewöhnungsbedürftig ist auch die Synchronsprecherin. Anfangs fand ich ihre Stimmte viel zu alt für Tess, doch im Laufe der Geschichte wurde mir klar, dass diese Stimme genau passt. Man muss sich darauf einlassen können.

Fazit

„After Passion“ ist ein Roman, von dem man keine tiefgründige Geschichte und ebenso wenig tiefgründige Charaktere erwarten sollte. Es ist die Geschichte von zwei Menschen, die aus vollkommen unterschiedlichen Welten kommen und zu einander finden, oder doch nicht?

Wer nicht mit den falschen (sondern mit realistischen) Erwartungen an dieses (Hör)Buch herangeht, wird schöne Stunden erleben können. Wer ein ständiges Hin und Her der Protagonisten nicht mag, sollte diese Geschichte meiden.

 

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Liebste Grüße,

Eure Lilienlicht ♥

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