Gedanken zu „Liebe geht durch alle Zeiten“ Teil 2 und 3 von Kerstin Gier

Ich gebe gleich zu Beginn vorsorglich eine Spoilerwarnung. Ich werde keine Details aus den Büchern verraten, trotzdem könnten Teile der Handlung gespoilert werden. Wer das nicht möchte, sollte vorher alle Bücher gelesen haben 🙂

 Saphirblau Smaragdgrün

(c) Arena Verlag

Ich habe einige Zeit hin und her überlegt, ob ich eine Rezension zu „Saphirblau“ und „Smaragdgrün“ schreiben soll. Letztlich habe ich mich dafür entschieden, meine Gedanken in dieser Form „zu Papier“ zu bringen. Kerstin Giers Reihe um Gwendolyn und Gideon war eine Zeit lang in aller Munde und erlebte dank dieses großen Hypes einen Riesenerfolg. Klar, dass ich als Liebhaberin von Jugendbüchern auch dazu greifen musste. Bereits „Rubinrot“ konnte nicht die mir erhofften Begeisterungsstürme entfachen, was letztlich vor allem an der Tatsache lag, dass der Band in seiner Geschichte nicht abgeschlossen ist und einfach mittendrin endet. Auch die Gefühle der Protagonisten sind teils schwierig nachzuvollziehen, wodurch deren Handlungen meinerseits nicht immer auf Verständnis trafen. Dafür basieren die Bücher auf einer super Idee und lassen sich dank des lockeren Schreibstils von Frau Gier sehr angenehm lesen.

Trotzdem konnte sich mein kritischer Blick auf die Geschichte nicht lösen. Band 2 hat mir im Vergleich zum ersten wesentlich besser gefallen, da hier endlich mehr zu passieren schien. Dennoch konnte die Handlung nicht übermäßig vorangetrieben und nur wenige Fragen aufgeklärt werden. Gwendolyn ist eine durchaus authentische Protagonistin, aber manchmal zweifelt man wirklich an ihrem Verstand. Es gab Stellen an denen ich mich fragte, warum sie manche Schlüsse einfach nicht ziehen konnte und blind durch die Gegend lief. Von Band 3 erhoffte ich mir dann endlich eine Aufklärung aller Fragen, doch ich blieb mit neuen Fragen zurück. Und auch Gwendolyn schien ganz offensichtliche Dinge einfach nicht zu kapieren, da konnte ich so manches Mal nur den Kopf schütteln.

Ich möchte die Reihe nicht schlecht reden, denn ich fühlte mich trotz aller Kritik gut von der Geschichte unterhalten. Außerdem bildet die Reihe eine schöne Grundlage für die Filme, die mir bisher sehr gut gefallen haben. Und der kleine Wasserspeier Xemerius rettet für mich irgendwie alles. Er ist so unglaublich witzig und seine Sprüche im 3. Band sind einfach Bombe!

Was mich am meisten an den Büchern stört, ist die bereits erwähnte Tatsache, dass es sich eigentlich um eine Geschichte handelt, die lediglich auf 3 Bücher verteilt wurde. Die meisten Trilogien erzählen in den jeweiligen Bänden eine in sich abgeschlossene Geschichte, selbst wenn sie mit einem fiesen Cliffhanger endet. Aber man kann für mein Empfinden immer einen eigenen Handlungsstrang erkennen, der mit neuen in den Folgebänden verknüpft wird. Ich weiß nicht, warum man diese Trilogie so aufgezogen hat (vermutlich aus Geldgründen…), aber irgendwie kommt man sich da schon veräppelt vor. Eine große Geschichte wurde einfach 2 Mal zerschnitten und in 3 Bücher gepackt. Hinzu kommt dann noch, dass der spannendste Teil der Geschichte, nämlich die Auflösung des Geheimnisses um den Chronographen, am Ende des 3. Bandes derart schnell runtergespult wurde, dass ich den Eindruck gewann, die Autorin muss jetzt mal fix zum Ende kommen, weil die 500 Seiten schon so nah sind. Darüber hinaus bleiben wichtige Szenen der Fantasie des Lesers überlassen, was ich extrem schade fnde. Das alles hat zur Folge, dass für mich wichtige Fragen einfach offen geblieben sind und die ganze Sache einfach abgehakt wurde. Ich bin wirklich unzufrieden mit diesem Ende und das kommt so häufig nun wirklich nicht vor.

Mich würde es interessieren, wie ihr die Trilogie empfunden habt und ob ihr ähnlich denkt wie ich oder ob Euch diese Fakten überhaupt nicht gestört haben?! Würde mich über Eure Meinungen sehr freuen!

Liebste Grüße,

Eure Lilienlicht ♥

6 Kommentare

  1. Hallo!
    Habe den ersten Band angefangen zu lesen, und habe abgebrochen. Habe auch den ersten Film gesehen, und mich gelangweilt. Ich kann Deine Beurteilung absolut nachvollziehen, und frage mich in so einer Lage immer, wie es zu dem Hype kam?
    Hingegen ist ein großartiges Werk wie die „Pan Trilogie“ eher unbekannt, und das finde ich unverständlich.
    Also danke für Deine offenen Worte, lieben Gruß!
    Manuela

    1. Hallo Manula,

      schade, dass du den ersten Band sogar abgebrochen hast. Den Hype könnte ich mir vielleicht erklären, dass die eigentliche Zielgruppe der Bücher da mehr Begeisterung für haben. Wäre zumindest vorstellbar.

      Die Pan-Trilogie kenne ich im Übrigen, aber habe sie noch nicht gelesen!

      Liebe Grüße,
      Diana

  2. Ich kannte vor der Lektüre dieser Trilogie nur die Chick Lit-Bücher von Kerstin Gier. Eine Freundin hat mir dann die Trilogie empfohlen. Ich habe zu diesem Zeitpunkt sehr sehr wenig Jugendliteratur bzw. Fantasy gelesen, und mir haben die Bücher sehr gut gefallen. Ich war da ca. Ende 20. 🙂 Ich mochte die Liebesgeschichte zwischen Gideon und Gwendolyn, ich fand das richtig süß. Ich fand die Idee mit dem Zeitreisegen sehr interessant. Und es gab viele interessante Charaktere in dieser Geschichte. An manche Details kann ich mich leider nicht mehr erinnern (z. B. an der Begriffsstutzigkeit Gwendolyns, die du erwähnst). Mir haben die Bücher viel Spaß gemacht und ich habe sie gerne gelesen.

    Ich mag diesen übertriebenen Hype um Kerstin Giers Bücher jedoch nicht. Ich lese ihre Bücher sehr gerne, habe dies aber auch schon getan, bevor sie so derbe gehypt wurde bzw. Jugendbücher geschrieben hat – wobei ich gerade ihre wohl bekanntesten Frauenromane rund um die „Mütter-Mafia“ gar nicht kenne.

    Ich finde es eigentlich eher beruhigend, wenn jemand ein gehyptes Buch/eine gehypte Reihe nicht sonderlich toll fand. 😉 Ich frage mich schon ständig, wie es sein kann, dass quasi JEDER eine Geschichte toll findet.

    Die Verfilmungen finde ich wiederum einfach nur grauenhaft. Das liegt noch nichtmal an den Schauspielern, die ich für die Rollen ganz ok finde, sondern es stört mich enorm, dass die Geschichte total durcheinander verfilmt wird und irgendwie total chaotisch wirkt.

    LG, Bianca

    1. Liebe Bianca,

      danke für deine ausführlich Meinung zu dem Thema <3 Ich kenne von Kerstin Gier bisher nur die Edelsteintrilogie, wobei ich einen ihrer Chick Lit Romanen im Regal stehen habe. Mir hat die Liebesgeschichte zwischen Gwen und Gideon auch gefallen, nur dass ich Gideons Gefühle für Gwen nur schwer nachvollziehen konnte. Man hatte einfach zu wenig Einblick in seine Gefühlswelt, vielleicht konnte ich deshalb seine Beweggründe nicht richtig nachvollziehen.

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals eine Geschichte geben wird, die wirklich allen gefällt, von daher wird's auch immer Kritik geben 🙂

      Schade, dass dir die Verfilmung nicht gefällt. Ich finde es zwar auch nicht so schön, dass die Geschichte ein wenig auseinander gerissen und neu zusammengewürfelt wird, aber ich glaube nur so konnte man einen gescheiten Film daraus machen. Wenn man die Bücher 1 zu 1 verfilmt hätte, wäre man wohl pro Film auf nur eine Stunde Material gekommen schätze ich mal xD es passiert ja immerhin nicht so viel pro Buch!

      Liebste Grüße,
      Diana

  3. Ich mag die Bücher ungemein (die Filme leider kaum – zumindest den zweiten Teil, den ersten habe ich mir danach gar nicht mehr angetan, weil mich die Freiheit die man sich mit Charakteren/Geschichte nahm für mich nicht stimmig war und nur ein „Musste das wirklich sein?“ entlocken konnte). Persönlich hat mich das Tempo, die Aufteilung der Bücher nicht gestört, ich habe die drei Bande in einem Rutsch runter gelesen und war komplett gefangen von der Geschichte – nur Gideons Bruder war mir weniger sympathisch als Charakter (der passt als einziger auch im Film, da mag ich ihn zwar noch weniger, aber ich finde der Film Arbeit sehr gut heraus das er eben nur ein charakterloser, arrogant oberflächlicher Schönling ist – Gideon ist dagegen nur ein verzogener Schnösel, mit guten Anlagen).

    1. Hallo Gerd.

      So verschieden sind die Geschmäcker!

      Ich war nach dem Hype um die Bücher schon enttäuscht. Die Geschichte ist an und für sich nicht schlecht, aber irgendwie hat mir die Aufteilung nicht richig gefallen. Witzigerweise finde ich die Filme ganz gut. Ich muss dazu aber sagen, dass ich die Filme für sich betrachtet mag. Als direkte Buchverfilmung treffen sie meinen Geschmack nicht, weil doch sehr von den Büchern abgewichen wird, was ich prinzipiell weniger schön finde. Aber getrennt vom Buch gesehen, ist die Filmreihe nach meinem Dafürhalten gut gemacht.

      Was Gideons Bruder angeht, stimme ich dir voll und ganz zu!

      Liebe Grüße,
      Diana

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