[Gast-Rezension] „Apfelrosenzeit“ von Anneke Mohn

apfelrosenzeit

(c) Rowohlt Verlag

Ein altes Haus, umgeben von Apfelrosenhecken an der Kieler Förde. Bewohnt haben es vor 15 Jahren Isa (ihr gehört das Haus), Sanne, Mona, Fritzi und Kirsten während ihrer Studienzeit. Isa suchte damals Mitbewohnerinnen, doch sie fand in ihnen auch sehr gute Freunde. Nach dem Studium gingen sie alle ihrer Wege, der Kontakt zwischen den Freundinnen wurde weniger, brach aber trotz verschiedener Leben nie ab.

Heute, 15 Jahre später sind Sanne, Mona, Fritzi und Kirsten zum ersten Mal wieder vereint. Doch es ist ein trauriger Anlass, denn Isa fehlt. Sie starb bei einem Autounfall. Ihre Mutter bringt es nicht über sich, das Haus leer zu räumen, weshalb sie die 4 Freundinnen darum bittet.

Wenn man an einen Ort zurückkehrt, an dem man viele glückliche Tage/Stunden/Monate/Jahre verbracht hat, dauert es meist auch nicht lang und man schwelgt in Erinnerungen. So auch hier. Die Freundinnen erinnern sich gerne an ihre frühere gemeinsame Zeit und sprechen natürlich darüber. Es kommt auch die Frage auf, warum Isa so plötzlich verstorben und was wohl die Ursache für ihren Unfall war. Keine von ihnen wusste schließlich so genau, wie es Isa wirklich ging. Die Frage wird aber leider nicht aufgeklärt.

Die Kapitel erstrecken sich über 1 Jahr. Jedes Kapitel ist nach Monaten unterteilt, innerhalb derer gibt es wiederum verschiedene Abschnitte aus der Sicht von einer der Frauen (mit Ausnahme von Isa). Der Leser erfährt mehr über die Gruppe und auch ihre mehr oder weniger großen Geheimnisse. Diese kommen nach und nach innerhalb der Gruppe ans Licht.

Bei einem großen Geheimnis habe ich mich während des Lesens gefragt, wie lange das wohl noch gut geht und wann die große Bombe platzt. Wie werden die Betroffenen wohl reagieren? An einem Tag im Dezember erfolgt dann der große Eklat und plötzlich steht nicht nur eine Freundschaft auf dem Spiel.

Mir hat der Schreibstil sehr gefallen. Kurze Kapitel, verschiedene Perspektiven und leichte Sprache. Auch hat mir gefallen, dass jede einzelne der Frauen über sich hinaus gewachsen ist. Durch die verschiedenen Perspektiven konnte ich die Figuren besser verstehen und sah in ihren Entscheidungen persönliche Weiterentwicklungen.

Der Schluss war mir allerdings zu plötzlich. Ich möchte jetzt an dieser Stelle nichts über den Inhalt verraten, aber gerade auf den letzten Seiten ging mir dann doch alles etwas zu schnell und zu glatt. Dennoch fand ich den Abschluss schön und nach dem letzten Satz fragte ich mich, wie es wohl weitergehen wird. Denn das Ende ist offen.

Das Buch hatte ich innerhalb weniger Tage durch. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, ich wollte immer wissen, wie es mit Sanne, Mona, Fritzi und Kirsten weitergeht. Wer etwas Leichtes, Lustiges, Trauriges und treue Freundschaft lesen möchte, für den ist „Apfelrosenzeit“ genau das Richtige. Der Debütroman von Anneke Mohn ist anschließend auch auf meine Wunschliste gelandet.

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(c) Martina

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