Rezension zu „Cherryblossom – Die Zeitwandler“ von Mina Kamp

Hallo ihr Lieben 🙂

Auf zur zweiten Rezension. Schon vorab: Ich weiß, diese Rezension ist sehr lang, aber das hat einen Grund. Cherryblossom ist ein Buch, dass mich aus den Socken gehauen hat und mir sehr am Herzen liegt. Deshalb auch eine sehr ausführliche Rezension. Ich hoffe ihr nehmt euch dafür Zeit, denn dieses Buch ist für mich definitiv ein Highlight in diesem Jahr! Es handelt sich dazu noch um einen Debütroman, der bei weitem meine Erwartungen übertroffen hat. Man könnte denken, Mina Kamp hat schon 100e Bestseller geschrieben 😉 Das Buch habe ich im Übrigen bei einer Leserunde von Lovelybooks gewonnen. Danke an Mina, dass du mich erwählt hast!!!

    

Der Trailer zum Buch:

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Edit: Das Buch ist mittlerweile mit einem neuen Cover als eBook bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur erschienen! Die hier verwendeten Bilder sowie der Klappentext entstammen der Auflage beim Oldigor Verlag.

Klappentext
Wie schafft man es, seinen Freund ohnmächtig zu küssen? Was passiert, wenn die Zeit plötzlich stillsteht?

Diese Fragen beschäftigen die siebzehnjährige Hanna Cherryblossom seit Kurzem! Denn seltsame Dinge geschehen in ihrem Leben, ohne dass Hanna eine Erklärung dafür hat. Hat es etwas mit dem jungen Mann zu tun, der sich immer wieder in ihre Träume schleicht? Als Hanna unfreiwillig Zeugin eines Mordes wird, tritt Lennox aus ihren Träumen in ihr Leben und offenbart ihr, dass Hanna eine Nymphe ist – eine Zeitwandlerin! Lennox, ein Nachtalb, hat den Auftrag, sie zu ihrem Vater Dominik Dawn zu bringen, einem hohen Ratsmitglied der Zeitwandler. Keine leichte Aufgabe, denn Hannas Kräfte bleiben nicht unentdeckt und bergen Gefahren…

Eine geheimnisvolle Welt von Nymphen, Hexern, Dämonen, Nachtalben, Trickstern, Baobhan-Sith, Wendigos und natürlich Menschen … offenbart sich!

Cover
Das Cover ist super schön in rosa Farbtönen gehalten. Darauf zu sehen ist ein blondes Mädchen mit sinnlichen Lippen und Verzierung am Auge. Es handelt sich dabei um die Protagonistin Hanna Cherryblossom! Umgeben ist sie von Ästen mit Kirschblüten daran.

Mir gefällt das Cover sehr sehr gut. Leider ist es leicht verpixelt, was ich schade finde! Dennoch fällt es ins Auge und hat etwas Geheimnisvolles.

Inhalt
Unsere Protagonistin Hanna Cherryblossom ist 18 Jahre jung und lebt gemeinsam mit ihrem Onkel Henry in Hamburg. Dieser beherbergt Hanna schon seit ihrem fünften Lebensjahr, da ihre Mutter gestorben ist. Ihr Vater, Dominik Dawn, ist Geschäftsmann, lebt in Amerika und versucht von dort aus in Hannas Erziehung mitzumischen – zu Hannas Leidwesen. So hat Hanna für ihr Alter recht wenige Freiheiten und wird sehr „bemuttert“.

Hanna befindet sich inmitten der Abiturprüfungen und einer „Beziehungskrise“. Als ihr Freund Mark mit ihr schlussmacht scheint Hanna das zwar nicht allzu viel auszumachen. Dennoch breitet sich Sehnsucht ihn ihr aus, als sie ihn wieder in der Schule trifft. BÄM – und schon war es passiert. Ohne es zu wollen „schwebt“ Hanna zu Mark hinüber und küsst ihn … und zwar so sehr, dass dieser in Ohnmacht fällt. Wie praktisch sowas doch ist, denkt sich Hannas Freundin Maike. Hanna ist hingegen ziemlich verwirrt über das Geschehene, geht aber ihrem normalen Alltag nach – denkt sie zumindest! Denn schon sucht das nächste Ereignis Hanna heim: Jahrelang hatte sie im Traum einen Jungen gesehen. Ein Junge mit dunklen Augen, bronzefarbenen Haar und einem aristokratischen Gesicht. Er beobachtete sie … immer wieder … Wie zum Teufel kann es nun sein, dass genau DIESER Typ gegenüber der Bushaltestelle lehnt und Hanna auf einmal wirklich beobachtet? Träumt Hanna schon wieder? Ist sie jetzt ganz verrückt geworden? Und dann dieser schreckliche Unfall im Park durch Wesen einer anderen Welt… Waren diese Wesen auch Realität oder nur ein Hirngespinst? Fragen über Fragen, die ihr euch unbedingt beim Lesen dieses Buches beantworten solltet, denn mehr kann und möchte ich nun nicht verraten 😉

Meine Meinung
Dieses Buch ist in meinen Augen großartig… fantastisch… atemberaubend… wundervoll… köstlich…fesselnd… usw. Die richtigen Worte fehlen mir noch!

Beginnen wir mal bei der Handlung und dessen Verlauf. Mir hat es äußert gut gefallen, dass das Buch mit einem durchgehend spannenden Handlungsverlauf überzeugt. Es gab meiner Meinung nach kein einziges Kapitel, in dem es langweilig war oder der Text sich wie Kaugummi hat ziehen lassen. Zeile für Zeile wollte man erfahren wie es weiter geht. Ich hatte jedes Mal ein schlechtes Gewissen, als ich dieses Buch weglegen musste, weil es schon bald Mitternacht war und der Wecker am nächsten Morgen um 5 Uhr klingelte.

Der häufige Szenenwechsel brachte richtiges Leben in die Geschichte und man hat als Leser viele Eindrücke der Protagonistin sammeln können. Für einige wird dieser Szenenwechsel vielleicht etwas ungewohnt oder „schwierig zu verarbeiten“ sein, aber man kann sich daran wirklich fix gewöhnen! Überzeugen kann die Handlung auch aufgrund der überraschenden Wendungen. Kaum eine Situation ist voraussehbar – zu meiner Freude. Denn wer mag schon Bücher, wo man alles erahnt?

Hanna war mir als Protagonistin von Beginn an und durchweg sympathisch. Ich konnte mich recht gut mit ihr identifizieren. In ihren Handlungen war sie aber sehr „abwechslungsreich“. So reagierte sie in recht vielen Situationen gefasst und war in der Lage nach Außen die „Starke“ zu mimen. In einigen Situationen hingegen war sie doch noch recht naiv, jugendlich und nicht so hinterfragend, wie sie es vielleicht hätte sein können. Das würde ich auf ihr Alter und die Erziehung zurückführen. Für mich wirkte Hanna dadurch authentischer! Ihr Sarkasmus ist übrigens auch spitze! Meiner Meinung nach hätte es nicht gepasst, wenn sie durchweg die starke, vernünftige und selbstbewusste Protagonistin gewesen wäre. Das hätte unmöglich zu dem Erziehungsstil gepasst und ich denke es ist auch nicht realitätsfern, wenn man mit 18 noch etwas naiv durch die Welt läuft. Hanna ist im Übrigen eine Zeitwandlerin, speziell eine Nymphe ^-^. Zeitwandler sind in der Lage die Zeit anzuhalten und sich in diesem Zustand mühelos zu bewegen. Es handelt sich bei diesen Wesen um Dämonen, die mit dem Mensch verschmolzen sind. Dazu erfährt man mehr in der Geschichte ;-).

Onkel Henry ist ein undurchschaubarer Charakter. Mit der Zeit erfährt der Leser auch warum. Er bemuttert Hanna als wäre sie 10 Jahre alt und wirkt teils sehr zerstreu. Streckenweise zeigt er sich als guter Erklärer und fürsorglicher Onkel. Ich habe mir im Laufe des Geschehens keine richtige Meinung zu Henry bilden können. Ich fand seine Erziehung ein wenig übertrieben, vor allem dieses Bemutternde! Dennoch hatte er etwas Sympathisches an sich. Aber auch etwas Geheimnisvolles.

Lennox … *schwärm* … Ja Lennox war und ist mir total sympathisch. Ich mochte dieses Geheimnisvolle und Dunkle an ihm. Man wusste nicht wer er war, woher er kommt und was er zu tun hat. Das lüftet sich im Laufe der Geschichte. Soviel sei gesagt: er ist auch ein Zeitwandler, ein Nachtalb, und kann in die Träume anderer Menschen eintauchen. Lennox verhält sich am Anfang recht kühl und distanziert – versucht sachlich und cool zu bleiben. Nach und nach taut er dann ein wenig auf und man kann in seine Gefühlswelt eintauchen und bemerken, welche Gefühle er für Hanna entwickelt. Im Handlungsverlauf greift immer mal wieder sein Dämon durch und er reagiert forsch und herrisch. Das bessert sich meiner Meinung nach dem Ende zu ein klein wenig.

Hannas Freundin Maike fand ich auch sehr sympathisch. Ich mochte ihre Art und Loyalität Hanna gegenüber. Leider erfährt man im Teil 1 nicht, was mit ihr passiert war und aus welchen Intensionen heraus sie handelte.

Ben und Olivia, die im Laufe der Geschichte auftauchten, waren so „lala“ Charaktere. Olive war eher kühl, manchmal etwas frech und plump. Andererseits strahlte sie teilweise eine richtige Wärme aus, wodurch sie mir immer sympathischer wurde und etwas Pepp in die Geschichte brachte. Ben konnte ich bin zum Ende hin nicht einschätzen, aber koscher war er mir überhaupt nicht. Mich regte es förmlich auf, dass er Situationen ausnutzte und egoistisch rüber kam…

Dominik Dawn letztendlich war auch einer dieser „Undurchschaubaren“. Für mich sah es so aus, als ob er nur darauf aus ist, seinen Gesetzen und Zielen nachzugehen. Typische väterliche Handlungsweisen konnte man nicht richtig rauslesen, auch wenn stellenweise Ansätze dafür da waren. Mehr über ihn wird man erst im Teil 2 erfahren.

Noch kurz etwas zum Schreibstil und Aufbau: Der Schreibstil hat mir super gefallen. Es war alles einfach, frisch und jugendlich gehalten. Man konnte den Text flüssig runterlesen und musste sich somit nicht anstrengen – eben einem Jugendbuch entsprechend. Das hat mir wirklich gut gefallen. Es wurde aus Sicht von Hanna geschrieben. In den Momenten als sie schlief oder nicht Vorort war, wurde in der Erzählerperspektive berichtet. So war man umfassend informiert. Den Aufbau der Kapitel fand ich auch sehr schön. Sie waren zwar recht lang, aber innerhalb optisch durch einen Kirschblütenzweig getrennt. Daher waren die Kapitel etwas übersichtlicher und wirkten nicht überladen.

Fazit
Letztendlich kann man wirklich nur sagen, dass es sich bei „Cherrlyblossom – Die Zeitwandler“ um ein äußerst gelungenes Debüt von Mina Kamp handelt und Lust auf mehr macht. Das Buch hat mich verschlungen – nicht umgekehrt! Ich freue mich schon auf den zweiten Band. Von diesem erhoffe ich mir ebenfalls eine durchweg spannende Handlung im gewohnten Schreibstil von Mina!

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Zum Schluss noch ein paar Fakten zum Buch:
Art: Taschenbuch 
Erscheinungsdatum: 10. August 2012
Seitenanzahl: 382
Preis: 12,99 € 
ISBN: 978-3-943697-12-4

Das Copyright des abgebildeten Buchcovers liegt beim Oldigor Verlag und Mina Kamp als Fotografin. Ebenso bleiben die Urheberrechte des Youtube-Videos unberührt!

Der Klappentext ist der Verlagsseite entnommen worden.

1 Kommentar

  1. Ich finde die Art und Weise wie du die Bücher bewertest, sehr schön!
    Das Buch Die Zeitwandler kommt auf meine Wunschliste.
    Vielen Dank!
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

    Liebe Grüße,

    Eva-Maria

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