[Bericht] Meine Leipziger Buchmesse 2014: Tag #1 – Von überraschenden Begegnungen, einem kleinen Verlag mit Herzenblut und merkwürdigen Gesangseinlagen

Endlich ist es soweit!

Die Leipziger Buchmesse schloss bereits vor über einer Woche seine Pforten und der Messeblues hat sich  immer noch nicht ganz vollständig aus meinem Leben heraus geschlichen. Nichtsdestotrotz wird es Zeit, dass auch ich meine Gedanken und Erlebnisse niederschreibe – Gedanken und Erlebnisse 4 wundervoller Tage, die mich nach wie vor mit Glück erfüllen!

Wenn ich so auf die Messe im vergangenen Jahr zurückblicke, kann ich dieses Jahr behaupten, dass ich besser vorbereitet war. Insgesamt empfand ich die Leipziger Buchmesse 2014 etwas schöner als in 2013. Das liegt nicht nur an dem Aufenthalt von 4 statt 2 Tagen, sondern auch am Programm. Es schien dieses Jahr auf den ersten Blick ziemlich „fad“ zu sein, aber im Endeffekt war es genau richtig. Ich hetzte nicht von Veranstaltung zu Veranstaltung, voll erfüllt von Stress und Druck. Meine Veranstaltungen waren recht übersichtlich und nicht jeder Programmpunkt stand auf der Pflichtliste! Dadurch gestaltete sich der Messeaufenthalt wesentlich lockerer. Es gab viel Zeit zum Treibenlassen und Treffen mit wirklich wundervollen Menschen. Aus diesem Blickwinkel war die Messe also ein voller Erfolg.

Natürlich habe ich im Vorfeld nicht nur eine Unterkunft gebucht und das Programm studiert. Ich habe dieses Mal auch einen Tag vor der Messe freigenommen. Dadurch konnten die Kinderkrankheiten meines Gefährts Heinrich beseitigt werden. Stress beim Packen gab es so ebenfalls nicht!

Am Donnerstagmorgen klingelte endlich mein Wecker und kündigte mir um 5 Uhr morgens ein erstes Jahreshighlight 2014 an! Nach einer ausgiebigen Dusche und ausreichend Kaffee ging es auf die Piste nach Markleeberg. Um kurz vor 9 kam ich dort an und nahm mit meiner Freundin und Bloggerkollegin Janine die Unterkunft im alten Kantorat der Martin-Luther-Kirche in Beschlag. Schnell die Sachen ablegen, mit der Vermieterin Smalltalk betreiben, feststellen, dass mein Presseausweis auch zur Benutzung der ÖPNV berechtigt und sich auf den Weg zur Straßenbahn begeben. Nach einmal umsteigen und ca. 45 Minuten Fahrt, waren wir endlich da <3

DSCF0943Wie im vergangenen Jahr führte uns der Weg zunächst ins Pressezentrum damit ich meine Unterlagen abholen konnte. Danach ging es zum Besuchereingang, da Janine nicht in den Genuss des Presseausweises gekommen war. Wir waren noch nicht ganz Treppe hinunter gegangen, erschallte ein fröhliches „Hallo Diana!“. Ich muss zugeben, dass ich zunächst ernsthaft verwirrt war. Nach kurzer Aufklärung stand fest: Mona vom Tintenhain stand mir gegenüber! An dieser Stelle noch einmal: Entschuldigung, dass ich dich nicht sofort erkannt habe. Die langen Haare waren einfach so weg!!!!! 🙂

Es war geschafft: Wir hatten die „heiligen Hallen“ um ca. 10.45 Uhr betreten. Der erste Akt an so einem Tag? Richtig! Mittagessen <3 Gestärkt ging es nach einem kleinen Streifzug zum ersten Programmpunkt von Janine: Das Gespräch mit Saskia Guddat und Michael Tsokos über ihr neues Sachbuch „Deutschland misshandelt seine Kinder“. Es war ein äußerst interessantes, spannendes und gleichermaßen verstörendes Thema, dessen Nachwirkungen immer noch in mir nachhallen. Die Thematik Kindesmisshandlung in Deutschland schlägt größere Kreise, als man vermutet. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, dieses Buch zu lesen, denn es ist nicht nur eine Anklage an sämtliche Beteiligte, sondern bietet darüber hinaus Lösungsvorschläge – beginnend beim System!

Im Anschluss an diese schwere Kost ging es wieder auf Streifzug, auf dem die zweite unerwartete Begegnung meinen Weg kreuzte. Vorher kaufte ich mir noch ein Backbuch, welches ich am vergangenen Wochenende bereits testete! Wir nahmen später Halle 3 unter die Lupe und stöberten in der riesigen Bücherwand der Verlagsgruppe Droemer Knaur. Gerade als wir zu den nächsten Ständen aufbrechen wollten, stand ER dort. Von wem die Rede ist? Natürlich vom allseits beliebten Hahn im Korb – unser Literaturkatalysator, Buchblogger um die Ecke und Gelegenheits-Youtuber Chris :-). Da wir im vergangenen Jahr leider nur kurz das Vergnügen hatten, fiel die Begrüßung entsprechend herzlich aus und das Dauergrinsen der Messe hatte mich spätestens jetzt vollkommen erobert. Wir plauschten kurz über die Anreise, Unterkunft und den bisherigen Messeverlauf (es war ja schließlich schon sooooooo viel passiert!!!). Es sollte für diesen Tag nicht die letzte Begegnung mit dem sympathischen Riesen sein (ja, aus einer Höhe von 1,54m wirkt alles über 1,80m praktisch wie ein Riese!) und so gingen wir rasch wieder getrennte Wege.

Um 15 Uhr war es dann soweit: In der Lesebude 1 in Halle 2 trafen wir erneut auf Chris und seine Groupies (*kicher* kleiner Spaß am Rande: seine Begleitung natürlich!) und lauschten der Lesung von Jürgen Seidel aus seinem Jugendroman „Der Krieg und das Mädchen“. Ich holte mir anschließend ein Autogramm bei ihm ab, auch wenn ich mich bis heute noch nicht dazu entschließen konnte, das Buch auf die Wunschliste zu setzen. Leider fixte mich die Lesung nur wenig an. Vielleicht fehlte einfach nur die richtige Stimmung. Interessant bleibt das Buch allemal!

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Anschließend zogen wir von Dannen, verstöberten unsere Zeit bis zur letzten Veranstaltung an diesem Freitag. Ich genoss das Treiben mit der Masse sehr!

Das Ende des ersten Messetages rückte immer näher. Den Abschluss des Tagesprogrammes bildete eine meiner wenigen Pflichtstationen im Messeprogramm: Das Gespräch mit den Verlegerinnen Inci Bürhaniye und Selma Wels des binooki Verlags in Halle 5. Selbstverständlich war es Chris, der mein Interesse für den noch recht jungen Verlag weckte und so ergriff ich die Möglichkeit, ihn auf der Messe endlich kennenzulernen. Zum Gespräch anwesend waren nicht wie geplant beide geschäftsführende Gesellschafterinnen, aber Inci Bürhaniye hat den Verlag auch allein äußerst sympathisch vorgestellt. Der 2011 gegründete binooki Verlag hat es sich als klischeefreie Zone zur Aufgabe gemacht, türkische Literatur ins Deutsche zu übersetzen. Diese Marklücke hat sich bis heute bewährt und die Nachfrage steigt zunehmend. Ich muss gestehen, dass ich zunächst skeptisch war. Allerdings möchte ich zunehmend „Ausflüge“ in andere Genre und Verlage machen um meinen literarischen Horizont zu erweitern. Der binooki Verlag hat es schnell geschafft, mich von seinem Konzept zu überzeugen. Letztendlich konnte ich nicht die Finger davon lassen… Dazu aber im Bericht von Messetag #2 mehr!

Das Gespräch war beendet und auch die Öffnungszeit des Messetages neigte sich dem Sonnenuntergang entgegen. Janine hatte für den Abend geplant, zu einer Veranstaltung über Schweizer Käse zu gehen. Leider haben wir dort keinen Platz gefunden und nach der zweiten Abweisung landeten wir mit Sven im Café Stein. Dort präsentierte Wolf Buchinger gemeinsam mit seiner Frau das Buch „Ich bin jetzt in der Schweiz. Ein Selbstversuch“ aus dem Bruckmann Verlag. Mit viel Witz berichteten die beiden aus ihren Erfahrungen der Auswanderung in die Schweiz vor 20 Jahren. Am besten haben mir hier die Berichte über die Einbürgerungsverhöre gefallen. Die gelesenen Zeilen waren wirklich erfrischend! Was dann allerdings nicht mein Fall war: Die Gesangseinlagen der Frau. Sie sang nicht nur die Schweizer Nationalhymne, nein sie dichteten auch noch eine Kombination aus der Deutschen und Schweizer Nationalhymne zusammen… Das war… Nunja. Belassen wir es dabei. Sie haben sich in jedem Fall extrem große Mühe gegeben und die Veranstaltung war insgesamt ein schönes Erlebnis mit dem krönenden Abschluss: Schweizer Schockri <3

Das war mein viel zu langer Bericht zum ersten Messetag. Ich hoffe wirklich sehr, dass ihr nicht schon jetzt den Kanal voll habt, denn es kommen mindestens noch 2 Berichte!

Fühlt Euch gedrückt und geherzt <3

Eure Lilienlicht

2 Kommentare

  1. Hallo Diana,

    ich habe deinen Bericht schon gestern Abend gelesen gehabt. Komme aber jetzt erst zum Schreiben. Schöner Bericht! Mir fällt auf, wir haben am Donnerstag ja wirklich alles gemeinsam gemacht. <3

    Die Lesung von Jürgen Seidel "Der Krieg und das Mädchen" war auch für mich ein wenig langweilig. Aber genauso bewegt war ich nach dem Gespräch von Michael Tsokos und Saskia Guddat. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.

    Was war eigentlich für dich das Highlight des Tages? Der schweizer Schokoriegel? 😉

    Liebe Grüße
    Janine

    1. Hallo Janine,

      das war wirklich ein schöner erster Meseetag. Ich weiß gar nicht so recht, aber ich glaube, dass wir am Freitag auch den ganzen Tag gemeinsam unterwegs waren. Das stelle ich dann beim Schreiben von Bericht #2 fest!

      Ich glaube für die Lesung von Jürgen Seidel fehlte die richtige Athmosphäre. Die Thematik Krieg ist und bleibt – egal in welcher Form – ein ernstes Thema. Eine Lesung im Schille Theater wäre vielleicht besser gekommen 😛

      Als Highlight für Messetag #1 würde ich (neben der lecker Schockri natürlich) das Gespräch mit Guddet/Tsokos und dem binooki Verlag benennen :-). Es waren beides gelungene Veranstaltungen!

      Liebe Grüße zurück!
      Diana

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